BGH, 09.06.2011 - III ZR 203/10 - Bei als Sachleistungen ggü. der Pflegeversicherung abgerechneten ambulanten pflegerischen Leistungen ist die Vergütung nicht nach Zeitabschnitten bemessen; Bemessung der Vergütung bei als Sachleistungen ggü. der Pflegeversicherung abgerechneten ambulanten pflegerischen Leistungen; Einordnung eines Vertrags eines Pflegebedürftigen mit einer zugelassenen ambulanten Pflegeeinrichtung über pflegerische Leistungen als Vertrag über Dienste höherer Art; Eingriff des § 120 Abs. 2 S. 2 SGB XII in die bestehenden Kündigungsregelungen des Dienstvertragsrechts

Bundesgerichtshof
Urt. v. 09.06.2011, Az.: III ZR 203/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 09.06.2011
Referenz: JurionRS 2011, 18478
Aktenzeichen: III ZR 203/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Andernach - 22.12.2009 - AZ: 63 C 96/09

LG Koblenz - 10.08.2010 - AZ: 6 S 22/10

Fundstellen:

BGHZ 190, 80 - 89

ArztR 2012, 106-107

BtPrax 2011, 215-217

EBE/BGH 2011, 230-232

GesR 2011, 552-555

JZ 2012, 202-205

MDR 2011, 968-970

MedR 2012, 42-44

NJW 2011, 2955-2957

NJW 2011, 8-10 "AGB-Kontrolle"

NZS 2011, 823

PflR 2011, 353-357

SozSich 2012, 9

SRA 2011, 183-185

VersR 2011, 1271-1273

ZfSH/SGB 2011, 538-541

ZGS 2011, 373-376

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 307 (Bd, Bm, Ci), § 621 Nr. 5, § 627; SGB XI § 71 Abs. 1, §§ 72, 120 Abs. 2 Satz 2

  1. a)

    Bei einem Vertrag über ambulante pflegerische Leistungen, die als Sachleistungen gegenüber der Pflegeversicherung abgerechnet werden, ist die Vergütung nicht im Sinne des § 621 BGB nach Zeitabschnitten bemessen.

  2. b)

    Der Vertrag eines nach den Bestimmungen des Elften Buches Sozialgesetzbuch Pflegebedürftigen mit einer zugelassenen ambulanten Pflegeeinrichtung über ambulante pflegerische Leistungen ist ein Vertrag über Dienste höherer Art.

  3. c)

    § 120 Abs. 2 Satz 2 SGB XI regelt die Kündigung eines Vertrags über ambulante pflegerische Leistungen innerhalb einer Frist von 14 Tagen nach dem ersten Pflegeeinsatz, ohne im Übrigen in die bestehenden Kündigungsregelungen des Dienstvertragsrechts einzugreifen.

  4. d)

    Die von einem ambulanten Pflegedienst gestellte Geschäftsbedingung in einem Vertrag über ambulante pflegerische Leistungen, der Kunde könne den Pflegevertrag mit einer Frist von 14 Tagen ordentlich kündigen, benachteiligt den Pflegebedürftigen unangemessen und ist unwirksam.

Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 9. Juni 2011
durch
den Vizepräsidenten Schlick und
die Richter Dörr, Dr. Herrmann, Seiters und Tombrink
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Klägerin gegen das Urteil der 6. Zivilkammer des Landgerichts Koblenz vom 10. August 2010 wird zurückgewiesen.

Die Klägerin hat die Kosten des Revisionsrechtszugs zu tragen.

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