BGH, 09.03.2011 - VIII ZR 132/10 - Umdeutung einer Vereinbarung bzgl. einer Zahlung von Betriebskostenvorschüssen in eine Abrede über die Zahlung einer Betriebskostenpauschale; Erstattung von Anwaltskosten für die Einholung einer Deckungszusage einer Rechtsschutzversicherung in Form eines Verzugsschadens bei Nichterforderlichkeit einer Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe zur Einholung der Deckungszusage

Bundesgerichtshof
Urt. v. 09.03.2011, Az.: VIII ZR 132/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 09.03.2011
Referenz: JurionRS 2011, 12422
Aktenzeichen: VIII ZR 132/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Berlin-Charlottenburg - 20.05.2009 - AZ: 207 C 526/08

LG Berlin - 13.04.2010 - AZ: 65 S 280/09

Fundstellen:

AGS 2011, 254-256

DB 2011, 7-8

Info M 2011, 218

Info M 2011, 248

IWR 2011, 69

JurBüro 2011, 368

MDR 2011, 512-513

MietRB 2011, 170-171

NJW 2011, 1222-1224 "Umdeutung der Vorauszahlungsabrede über Betriebskosten"

NJW 2011, 8

NJW-Spezial 2011, 321

NZM 2011, 400-401

PA 2011, 125-126

RVG prof 2011, 78-80

RVGreport 2011, 186-187

StRR 2011, 167 (red. Leitsatz)

VE 2012, 160

VRR 2011, 179

WuM 2011, 214-216

ZAP 2011, 450

ZAP EN-Nr. 320/2011

ZMR 2011, 536-538

Amtlicher Leitsatz:

BGB §§ 140, 280, 286, 556

  1. a)

    Zur Umdeutung einer - nach dem früheren Mietpreisbindungsrecht für Altbauten in Berlin - unzulässigen Vereinbarung über abzurechnende Betriebskostenvorauszahlungen in eine gesetzlich seinerzeit zulässige Abrede über die Zahlung einer Betriebskostenpauschale.

  2. b)

    Unter dem Gesichtspunkt des Verzugsschadens sind Anwaltskosten für die Einholung einer Deckungszusage der Rechtsschutzversicherung des Geschädigten - unabhängig von der Frage, ob es sich hierbei um eine besondere Angelegenheit im Sinne des § 18 RVG handelt - nicht zu erstatten, wenn die Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe zur Einholung der Deckungszusage nicht erforderlich war (Fortführung des Senatsurteils vom 6. Oktober 2010 - VIII ZR 271/09, WuM 2010, 740 [BGH 06.10.2010 - VIII ZR 271/09]).

Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 9. März 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Ball,
den Richter Dr. Frellesen,
die Richterinnen Dr. Milger und Dr. Fetzer sowie
den Richter Dr. Bünger
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Klägerin gegen das Urteil der Zivilkammer 65 des Landgerichts Berlin vom 13. April 2010 wird zurückgewiesen.

Die Klägerin hat die Kosten des Revisionsverfahrens zu tragen.

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