BGH, 09.03.2010 - XI ZR 93/09 - Internationale gerichtliche Zuständigkeit für Klagen gegen in Deutschland Beihilfe zu einer unerlaubten Handlung leistende ausländische Broker; Bedingt vorsätzliche Beteiligung durch einen ausländischen Broker an einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung von Kapitalanlegern durch einen inländischen Terminoptionsvermittler im Wege der Eröffnung eines unkontrollierten Zugangs zu ausländischen Börsen ohne Überprüfung seines Geschäftsmodells; Voraussetzungen einer Haftung nach § 826 BGB; Erfordernis einer bewussten Kenntnis für eine Haftung nach § 826 BGB

Bundesgerichtshof
Urt. v. 09.03.2010, Az.: XI ZR 93/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 09.03.2010
Referenz: JurionRS 2010, 13564
Aktenzeichen: XI ZR 93/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Düsseldorf - 29.07.2008 - AZ: 8 O 418/07

OLG Düsseldorf - 09.03.2009 - AZ: I-9 U 171/08

nachgehend:

BGH - 01.06.2010 - AZ: XI ZR 93/09

BVerfG - 08.03.2011 - AZ: 1 BvR 1880/10

Fundstellen:

BGHZ 184, 365 - 381

BB 2010, 645 (Pressemitteilung)

BB 2010, 1033

DB 2010, 894-898

DB 2010, 8

DStR 2010, 13

DStR 2010, 17

EWiR 2010, 529

GWR 2010, 218

IPRax 2011, 497-499

JZ 2010, 345

JZ 2010, 346

MDR 2010, 8

MDR 2010, 807-809

MMR 2010, 582-583

NWB 2010, 808-809

NWB direkt 2010, 252-253

NZG 2010, 5 (Pressemitteilung)

NZG 2010, 550-553

PA 2010, 109

RIW/AWD 2010, 391-395

VersR 2011, 750-753

WM 2010, 749-753

WuB 2010, 545-547

ZBB 2010, 255-256

ZGS 2010, 246-247

ZIP 2010, 786-791

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Deutsche Gerichte sind international zuständig für Klagen gegen ausländische Broker, die Beihilfe zu einer im Inland begangenen unerlaubten Handlung leisten.

  2. b)

    Ein ausländischer Broker beteiligt sich bedingt vorsätzlich an einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung von Kapitalanlegern durch einen inländischen Terminoptionsvermittler, wenn er diesem ohne Überprüfung seines Geschäftsmodells bewusst und offenkundig den unkontrollierten Zugang zu ausländischen Börsen eröffnet.

Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
auf die mündliche Verhandlung vom 2. Februar 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Wiechers und
die Richter Dr. Müller, Dr. Ellenberger, Maihold und Dr. Matthias
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des 9. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 9. März 2009 wird auf ihre Kosten zurückgewiesen.

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