BGH, 09.02.2012 - IX ZR 75/11 - Haftung des Insolvenzverwalters für eine versäumte Kündigung eines vom Schuldner begründeten Dauerschuldverhältnisses

Bundesgerichtshof
Urt. v. 09.02.2012, Az.: IX ZR 75/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 09.02.2012
Referenz: JurionRS 2012, 11173
Aktenzeichen: IX ZR 75/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Leipzig - 23.06.2010 - AZ: 1 O 359/10

OLG Dresden - 04.05.2011 - AZ: 13 U 1007/10

Fundstellen:

BGHZ 192, 322 - 334

BB 2012, 649

DB 2012, 628-631

DZWIR 2012, 373-376

EWiR 2012, 287

HFR 2012, 666-669

Info M 2012, 113

InsbürO 2012, 274-278

JuS 2013, 174

KSI 2012, 182-183

MDR 2012, 676-678 "versäumte Dauerschuldverhältniskündigung"

NJW 2012, 1361-1364

NJW-Spezial 2012, 245

NWB 2012, 1056-1057

NWB direkt 2012, 300-301

NZI 2012, 7

NZI 2012, 409-412

NZM 2012, 308-311

StuB 2012, 374-375

WM 2012, 522-525

WuB 2012, 497-498

WuM 2012, 437

ZInsO 2012, 481-485

ZInsO 2013, 857

ZIP 2012, 5

ZIP 2012, 533-537

ZVI 2012, 261-265

Amtlicher Leitsatz:

InsO § 35 Abs. 2 Satz 1

Gibt der Insolvenzverwalter das Vermögen des Schuldners aus einer selbständigen Tätigkeit frei, können auf die selbständige Tätigkeit bezogene vertragliche Ansprüche von Gläubigern, die nach dem Zugang der Erklärung beim Schuldner entstehen, nur gegen den Schuldner und nicht gegen die Masse verfolgt werden.

InsO § 61 Abs. 1 Satz 1

Versäumt der Insolvenzverwalter nach Verfahrenseröffnung die Kündigung eines von dem Schuldner begründeten Dauerschuldverhältnisses, trifft ihn eine Schadensersatzpflicht nur für solche Verbindlichkeiten, die nach dem Zeitpunkt entstehen, zu dem bei einer frühestmöglichen Kündigungserklärung der Vertrag geendet hätte.

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 9. Februar 2012 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser, die Richter Prof. Dr. Gehrlein, Vill, die Richterin Lohmann und den Richter Dr. Fischer

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des 13. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Dresden vom 4. Mai 2011 aufgehoben.

Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil der 1. Zivilkammer des Landgerichts Leipzig vom 23. Juni 2010 wird zurückgewiesen.

Die Kosten der Rechtsmittel fallen der Klägerin zur Last.

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