BGH, 08.02.2011 - 3 StR 17/11 - Ablehnung eines strafbefreienden Rücktritts vom versuchten Totschlag wegen fehlgeschlagenen, einen strafbefreienden Rücktritt ausschließenden Versuchs; Wirksamkeit eines Rücktritts vom beendeten Versuch bei Verhinderung der Tatvollendung durch eine eigene Tätigkeit; Begründung eines minder schweren Falles des Totschlags aufgrund Reizung zum Zorn durch schwere Beleidigung

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 08.02.2011, Az.: 3 StR 17/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 08.02.2011
Referenz: JurionRS 2011, 11005
Aktenzeichen: 3 StR 17/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Hildesheim - 07.10.2010

Verfahrensgegenstand:

Versuchter Totschlag u.a.

Redaktioneller Leitsatz:

Für das Merkmal "auf der Stelle zur Tat hingerissen" in § 213 StGB kommt es darauf an, ob der Täter die Tat unter dem beherrschenden Einfluss einer anhaltenden Erregung über die Provokation beging, die nicht die Erheblichkeit des § 21 StGB erreichen muss.

Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
nach Anhörung des Beschwerdeführers und des Generalbundesanwalts - zu 2. auf dessen Antrag -
am 8. Februar 2011
gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO
einstimmig beschlossen:

Tenor:

  1. 1.

    Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Hildesheim vom 7. Oktober 2010 im Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

    Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels und die dem Nebenkläger dadurch entstandenen notwendigen Auslagen, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

  2. 2.

    Die weitergehende Revision wird verworfen.

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