BGH, 07.12.2009 - StbSt (R) 2/09 - Erforderlichkeit der Kompensation einer vermeidbaren rechtsstaatswidrigen Verfahrensverzögerung durch Justizorgane in einem berufsrechtlichen Verfahren gegen einen Steuerberater; Berücksichtigung von durch eine Verfahrensverzögerung bedingten zusätzlichen Belastungen bei der Verhältnismäßigkeit der verhängten Rechtsfolge

Bundesgerichtshof
Urt. v. 07.12.2009, Az.: StbSt (R) 2/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 07.12.2009
Referenz: JurionRS 2009, 29708
Aktenzeichen: StbSt (R) 2/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

OLG Rostock - 10.12.2008 - AZ: StbSt (R) 2/09

Rechtsgrundlagen:

Art. 2 Abs. 1 GG

Art. 6 Abs. 1 S. 1 MRK

§ 90 StBerG

Fundstellen:

BGHSt 54, 236 - 243

BRAK-Mitt 2010, 84-86

DB 2010, 163-165

DStRE 2010, 511-513

DStZ 2010, 393

EBE/BGH 2010, 34-35

KP 2010, 61-62

MDR 2010, 342

MedR 2010, 492

NJW 2010, 1155-1157

NJW-Spezial 2010, 94-95

NStZ 2010, 640-641

NWB 2010, 258

NWB direkt 2010, 87

StBW 2010, 232-233

StraFo 2010, 82-83

StuB 2010, 206

Verfahrensgegenstand:

Berufspflichtverletzung

Amtlicher Leitsatz:

Zur Kompensation rechtsstaatswidriger Verfahrensverzöge rung im berufsrechtlichen Verfahren der Steuerberater.

Der Senat für Steuerberater- und Steuerbevollmächtigtensachen des Bundesgerichtshofs hat
in der Sitzung vom 7. Dezember 2009,
an der teilgenommen haben:
Vorsitzender Richter Basdorf,
Richter Dr. Raum,
Richter Prof. Dr. Jäger,
Steuerbevollmächtigte Grunewald,
Steuerberaterin Warttinger als beisitzende Richter,
Oberstaatsanwalt als Vertreter der Bundesanwaltschaft,
Rechtsanwältin als Verteidigerin,
Justizhauptsekretärin als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle,
für Recht erkannt:

Tenor:

  1. 1.

    Auf die Revision des Steuerberaters wird das Urteil des Oberlandesgerichts Rostock vom 10. Dezember 2008 dahin ergänzt, dass als Ausgleich für rechtsstaatswidrige Verfahrensverzögerung von der verhängten Geldbuße 3.000 EUR als vollstreckt gelten. Im Übrigen wird die Revision verworfen.

  2. 2.

    Die Kosten des Revisionsverfahrens und die insoweit entstandenen notwendigen Auslagen des Steuerberaters fallen der Steuerberaterkammer zur Last.

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