BGH, 07.06.2011 - VI ZR 108/10 - Persönlichkeitsrecht ist i. R. e. sitzungspolizeilichen Verfügung nach § 176 GVG nicht in weiterem Umfang als nach §§ 22, 23 KUG zu schützen; Schützenswerter Umfang eines Persönlichkeitsrechts i. R. e. sitzungspolizeilichen Verfügung nach § 176 GVG

Bundesgerichtshof
Urt. v. 07.06.2011, Az.: VI ZR 108/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 07.06.2011
Referenz: JurionRS 2011, 18480
Aktenzeichen: VI ZR 108/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Berlin - 05.02.2009 - AZ: 27 O 982/08

KG Berlin - 06.04.2010 - AZ: 9 U 45/09

Fundstellen:

BGHZ 190, 52 - 66

AfP 2011, 356-359

AfP 2012, 219-221

AnwBl 2011, 224-225

GRUR 2011, 750-754 "Bildveröffentlichung von Irak-Terroristen"

GRUR-Prax 2011, 326

K&R 2011, 513-517

MDR 2011, 847-848

NJW 2011, 3153-3156

RÜ 2011, 495-498

VersR 2011, 1065-1068

WRP 2011, 1065-1070 "Bürgerliches Recht: Bild im Gerichtssaal"

ZUM-RD 2011, 538-543

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 823 Ah, G; KUG §§ 22, 23; GVG § 176; GG Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1

Das Persönlichkeitsrecht ist im Rahmen einer sitzungspolizeilichen Verfügung nach § 176 GVG nicht in weiterem Umfang zu schützen, als dies nach §§ 22, 23 KUG der Fall ist.

Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 7. Juni 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Galke,
die Richter Zoll und Wellner,
die Richterin Diederichsen und
den Richter Stöhr
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des 9. Zivilsenats des Kammergerichts vom 6. April 2010 aufgehoben.

Auf die Berufung der Beklagten wird das Urteil der 27. Zivilkammer des Landgerichts Berlin vom 26. Februar 2009 abgeändert und die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits hat der Kläger zu tragen.

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