BGH, 07.02.2012 - VI ZR 133/11 - Haftung eines die Wartepflicht gegenüber dem Gegenverkehr verletzenden Linksabbiegers bei einem Verkehrsunfall

Bundesgerichtshof
Urt. v. 07.02.2012, Az.: VI ZR 133/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 07.02.2012
Referenz: JurionRS 2012, 11315
Aktenzeichen: VI ZR 133/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Darmstadt - 03.03.2009 - AZ: 27 O 259/08

OLG Frankfurt am Main - 05.04.2011 - AZ: 22 U 67/09

Fundstellen:

DAR 2012, 139

DAR 2012, 301-302

DAR 2012, 201-203

DS 2012, 163-165

EBE/BGH 2012, 94-96

MDR 2012, 7

MDR 2012, 398-399

NJ 2012, 5

NJ 2012, 3

NJ 2012, 349-350

NJW 2012, 8

NJW 2012, 1953-1955

NJW-Spezial 2012, 203

NZV 2012, 217-219

r+s 2012, 196-198

RdW 2012, 5

RdW 2012, 351-352

RÜ 2012, 282-284

SVR 2012, 256-258

V&S 2012, 11

VersR 2012, 504

VRA 2012, 39

VRA 2012, 76

VRR 2012, 122

VRR 2012, 185

VRS 2012, 140-145

VuR 2012, 7 (Pressemitteilung)

ZAP 2012, 440

ZAP EN-Nr. 245/2012

zfs 2013, 198-201

ZIP 2012, 5

ZIP 2012, 1181-1183

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 254 Abs. 1 (F); StVG § 7 Abs. 1, § 17 Abs. 1, Abs. 2; StVO § 9 Abs. 3 Satz 1, § 37 Abs. 2 Satz 3 Nr. 1;

BGB § 249 (Ga)

  1. a)

    Für die Folgen eines Verkehrsunfalls hat der Linksabbieger, der die ihn gemäß § 9 Abs. 3 Satz 1 StVO gegenüber dem Gegenverkehr treffende Wartepflicht missachtet hat, regelmäßig in vollem Umfang allein oder doch zumindest zum größten Teil zu haften.

  2. b)

    Im Falle einer nur quotenmäßigen Haftung des Schädigers hat dieser dem Geschädigten dessen Sachverständigenkosten nur im Umfang der Haftungsquote zu erstatten.

Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 7. Februar 2012 durch den Vorsitzenden Richter Galke, die Richter Zoll, Pauge und Stöhr und die Richterin von Pentz

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des 22. Zivilsenats in Darmstadt des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 5. April 2011 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als die Beklagten zur Zahlung von mehr als 579,91 € nebst Zinsen und zur Erstattung vorgerichtlicher Kosten von mehr als 41,77 € nebst Zinsen verurteilt worden sind.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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