BGH, 06.12.2011 - II ZR 149/10 - Bestehen des gesetzlichen Differenzhaftungsanspruchs bei der Aktiengesellschaft bei Deckung des Werts der Sacheinlage den geringsten Ausgabebetrag und nicht das Aufgeld

Bundesgerichtshof
Urt. v. 06.12.2011, Az.: II ZR 149/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 06.12.2011
Referenz: JurionRS 2011, 30839
Aktenzeichen: II ZR 149/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Frankfurt am Main - 07.12.2007 - AZ: 3-14 O 141/05

OLG Frankfurt am Main - 06.07.2010 - AZ: 5 U 205/07

Fundstellen:

AG 2012, 87-92

BB 2011, 3073-3074 (Pressemitteilung)

BB 2012, 405-411

BB 2012, 129

DB 2012, 41-47

DNotZ 2012, 623-634

DStR 2012, 251 (Pressemitteilung)

EWiR 2012, 129

GWR 2012, 34

Konzern 2012, 47-54

MDR 2012, 167-169 "Aufrechnung"

NJW 2012, 6

NJW-RR 2012, 866-872 "Babcock"

NJW-Spezial 2012, 176

NWB 2011, 4302

NZG 2012, 69-75

StuB 2012, 46

WM 2012, 39-46

WPg 2012, 572

WuB 2012, 209-210

ZBB 2012, 70

ZIP 2012, 73-79

Amtlicher Leitsatz:

AktG §§ 9, 36a Abs. 2, § 66 Abs. 1, §§ 183, 188 Abs. 2 Satz 1

  1. a)

    Der gesetzliche Differenzhaftungsanspruch besteht bei der Aktiengesellschaft auch, soweit der Wert der Sacheinlage zwar den geringsten Ausgabebetrag (§ 9 Abs. 1 AktG), aber nicht das Aufgeld (§ 9 Abs. 2 AktG) deckt.

  2. b)

    Ein Vergleich über den Differenzhaftungsanspruch ist grundsätzlich zulässig und bedarf nicht der Zustimmung der Hauptversammlung.

  3. c)

    Eine Aufrechnungsvereinbarung über unter § 66 Abs. 1 AktG fallende Ansprüche ist wirksam, wenn die Forderung des Aktionärs gegen die Gesellschaft vollwertig, fällig und liquide ist.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 15. November 2011 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Bergmann und den Richter Dr. Strohn, die Richterin Dr. Reichart sowie die Richter Dr. Drescher und Born für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des 5. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 6. Juli 2010 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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