BGH, 05.10.2010 - VI ZR 186/08 - Berücksichtigungsfähige Faktoren bei einer richterlichen Prognose i.R.d. Ermittlung des Erwerbsschadens eines im Schadenszeitpunkt noch jüngeren Kindes; Berücksichtigung weiterer, zwischen dem Zeitpunkt der Schädigung und dem Zeitpunkt der Schadensermittlung auftretender Anhaltspunkte für Begabungen und Fähigkeiten eines Kindes i.R.d. richterlichen Prognose

Bundesgerichtshof
Urt. v. 05.10.2010, Az.: VI ZR 186/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 05.10.2010
Referenz: JurionRS 2010, 25569
Aktenzeichen: VI ZR 186/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Braunschweig - 27.07.2006 - AZ: 4 O 2501/01

OLG Braunschweig - 12.06.2008 - AZ: 1 U 63/06

Fundstellen:

DAR 2011, 310-311

FamRZ 2010, 1977

GesR 2010, 685-689

JurBüro 2011, 162

MDR 2010, 1381-1382

NJW 2010, 8

NJW 2011, 1148-1151

NJW-Spezial 2010, 715

NZV 2011, 79-82

r+s 2010, 528-532

SVR 2011, 64-65

VersR 2010, 1607-1610

VRA 2011, 23

VRR 2010, 461-462

VRS 2011, 143-151

ZAP 2011, 12

ZAP EN-Nr. 15/2011

zfs 2011, 79-84

ZMGR 2010, 354-359

Amtlicher Leitsatz:

ZPO § 287 Abs. 1; BGB § 252

  1. a)

    Trifft ein Schadensereignis ein jüngeres Kind, über dessen berufliche Zukunft aufgrund des eigenen Entwicklungsstands zum Schadenszeitpunkt noch keine zuverlässige Aussage möglich ist, so kann es geboten sein, dass der Tatrichter bei der für die Ermittlung des Erwerbsschadens erforderlichen Prognose auch den Beruf sowie die Vor- und Weiterbildung der Eltern, ihre Qualifikation in der Berufstätigkeit, die beruflichen Pläne für das Kind sowie schulische und berufliche Entwicklungen von Geschwistern berücksichtigt.

  2. b)

    Ergeben sich aufgrund der tatsächlichen Entwicklung des Kindes zwischen dem Zeitpunkt der Schädigung und dem Zeitpunkt der Schadensermittlung (weitere) Anhaltspunkte für seine Begabungen und Fähigkeiten und die Art der möglichen Erwerbstätigkeit ohne den Schadensfall, ist auch dies bei der Prognose zu berücksichtigen und von einem dem entsprechenden normalen beruflichen Werdegang auszugehen.

Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 5. Oktober 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Galke,
den Richter Zoll,
den Richter Wellner,
die Richterin Diederichsen und
den Richter Stöhr
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revisionen gegen das Urteil des 1. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Braunschweig vom 12. Juni 2008 werden zurückgewiesen.

Von den Kosten des Revisionsverfahrens haben der Kläger 45 % und der Beklagte 55 % zu tragen.

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