BGH, 05.07.2011 - II ZR 199/10 - Geschäftsführung und Vertretung ab der Auflösung durch alle Gesellschafter bei einer als GbR ausgestalteten Publikumsgesellschaft wegen Auflösung der Gesellschaft

Bundesgerichtshof
Urt. v. 05.07.2011, Az.: II ZR 199/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 05.07.2011
Referenz: JurionRS 2011, 23360
Aktenzeichen: II ZR 199/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Meiningen - 17.02.2010 - AZ: 2 O 912/09

OLG Jena - 21.10.2010 - AZ: 1 U 236/10

Fundstellen:

BB 2011, 2370

BB 2011, 2515

DB 2011, 2252-2254

DStR 2011, 2008-2010

EBE/BGH 2011, 309-311

GWR 2011, 445

MDR 2011, 1246-1247

NJW 2011, 3087-3089

NJW-Spezial 2011, 656

NWB 2011, 3264

NWB direkt 2011, 1032

NZG 2011, 1140-1142

RÜ 2011, 697-700

WM 2011, 1806-1808

WPg 2011, 988

WuB 2013, 215-216

ZBB 2011, 473

ZInsO 2011, 1849-1851

ZIP 2011, 1865-1868

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 730 Abs. 2 Satz 2; HGB § 146 Abs. 2

  1. a)

    Auch bei einer als Gesellschaft bürgerlichen Rechts ausgestalteten Publikumsgesellschaft hat die Auflösung der Gesellschaft grundsätzlich zur Folge, dass die einzelnen Gesellschaftern verliehene Einzelgeschäftsführungsbefugnis nach § 730 Abs. 2 Satz 2 BGB erlischt. Die Geschäftsführung und Vertretung steht von der Auflösung an allen Gesellschaftern gemeinschaftlich zu.

  2. b)

    Bei der Abwicklung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts kann das Gericht aus wichtigen Gründen entsprechend § 146 Abs. 2 HGB Liquidatoren ernennen.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 5. Juli 2011
durch
den Richter Dr. Strohn,
die Richterinnen Caliebe und Dr. Reichart sowie
die Richter Born und Sunder
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des 1. Zivilsenats des Thüringer Oberlandesgerichts in Jena vom 21. Oktober 2010 wird auf ihre Kosten zurückgewiesen.

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