BGH, 04.11.2010 - III ZR 45/10 - Bemessung eines Wildschadens an Baumpflanzungen einer Forstwirtschaft; Nachprüfung der sachlichen Voraussetzungen für die Beauftragung eines anderen Sachverständigen durch das Revisionsgericht; Ladung eines gerichtlichen Sachverständigen zur mündlichen Erläuterung seines Gutachtens als Recht der Prozessparteien; Geltung der Ladung eines gerichtlichen Sachverständigen zur mündlichen Erläuterung seines Gutachtens im Hinblick auf einen früheren "abgelösten" Sachverständigen

Bundesgerichtshof
Urt. v. 04.11.2010, Az.: III ZR 45/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 04.11.2010
Referenz: JurionRS 2010, 27511
Aktenzeichen: III ZR 45/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Oberndorf - 29.09.2006 - AZ: 4 C 192/06

LG Rottweil - 27.01.2010 - AZ: 1 S 158/06

Fundstellen:

BauR 2011, 550-554

DS 2011, 212-215

GesR 2011, 214-215

GuG 2011, 254-255

GuT 2011, 66-69

IBR 2011, 117

Info M 2011, 41

KfZ-SV 2011, 31-32

MDR 2011, 64-65

NJW 2011, 852-855

NJW 2010, 8

PA 2011, 69-71

VersR 2011, 1409-1412

ZfBR 2011, 141-144

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Zur Bemessung des Wildschadens an Baumpflanzungen einer Forstwirtschaft.

  2. b)

    Die Frage, ob das Berufungsgericht die sachlichen Voraussetzungen für die Beauftragung eines anderen Sachverständigen nach § 412 Abs. 1 ZPO zu Recht als gegeben angesehen hat, unterliegt nicht der Nachprüfung durch das Revisionsgericht.

  3. c)

    Das Recht der Prozessparteien, die Ladung des gerichtlichen Sachverständigen zur mündlichen Erläuterung seines Gutachtens zu verlangen, bezieht sich nicht auf einen früheren - gleichsam "abgelösten" - Sachverständigen, dessen Gutachten der Tatrichter für ungenügend erachtet und deshalb zum Anlass genommen hat, gemäß § 412 Abs. 1 ZPO einen anderen Sachverständigen zu beauftragen.

Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 4. November 2010
durch
den Vizepräsidenten Schlick und
die Richter Dörr, Wöstmann, Seiters und Tombrink
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision des Klägers gegen das Urteil der 1. Zivilkammer des Landgerichts Rottweil vom 27. Januar 2010 wird zurückgewiesen.

Der Kläger hat die Kosten des Revisionsrechtszugs zu tragen mit Ausnahme der Kosten seiner Streithelferin, die dieser zur Last fallen.

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