BGH, 03.12.2009 - IX ZR 7/09 - Pauschalermächtigung des schwachen Insolvenzverwalters zur Anordnung von Maßnahmen nach § 21 Abs. 2 S. 1 Nr. 5 Insolvenzordnung (InsO) durch das Insolvenzgericht; Geltendmachung von sich aus einem wegen Unbestimmtheit unwirksamen Beschlusses des Insolvenzgerichts ergebenden Ausgleichsansprüchen

Bundesgerichtshof
Urt. v. 03.12.2009, Az.: IX ZR 7/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 03.12.2009
Referenz: JurionRS 2009, 29127
Aktenzeichen: IX ZR 7/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Berlin - 28.04.2008 - AZ: 14 O 475/07

KG Berlin - 11.12.2008 - AZ: 23 U 115/08

Fundstellen:

BGHZ 183, 269 - 280

BB 2010, 129

BB 2010, 399-402

DB 2010, 103-107

DStR 2010, 659-660

EWiR 2010, 155

GuT 2010, 128

GWR 2010, 120

Info M 2010, 85

KSI 2010, 88-89

KTS 2010, 475-480

MDR 2010, 526-528

NJW-RR 2010, 1283-1286

NJW-Spezial 2010, 150-151

NZG 2010, 197-200

NZI 2010, 95-98

NZI 2010, 7

NZI 2010, 33

WM 2010, 132-136

WPg 2010, 259

WuB 2010, 303-305

ZBB 2010, 59

ZInsO 2010, 607

ZInsO 2010, 136-140

ZIP 2010, 141-145

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Das Insolvenzgericht kann ein Verwertungs- und Einziehungsverbot für künftige Aus- und Absonderungsrechte sowie eine Anordnung, dass davon betroffene Gegenstände zur Fortführung des Unternehmens eingesetzt werden können, nur durch eine individualisierende Anordnung treffen. Unzulässig und unwirksam sind formularmäßige Pauschalanordnungen, die auf die erforderliche Prüfung der gesetzlichen Voraussetzungen verzichten.

  2. b)

    Aus einer Anordnung nach § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 InsO kann der betroffene Rechteinhaber die dort zuerkannten Ausgleichsansprüche geltend machen, auch wenn die Anordnung wegen Unbestimmtheit unwirksam ist.

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 3. Dezember 2009
durch
den Vorsitzenden Richter Dr. Ganter,
die Richter Raebel und Vill,
die Richterin Lohmann und
den Richter Dr. Pape
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision gegen das Urteil des 23. Zivilsenats des Kammergerichts in Berlin vom 11. Dezember 2008 wird auf Kosten der Klägerin zurückgewiesen.

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