BGH, 03.02.2010 - XII ZR 189/06 - Beurteilung von Zuwendungen der Eltern an ihr künftiges Schwiegerkind als Schenkung in Abgrenzung zur unbenannten Zuwendung; Rückforderungsanspruch der Schwiegereltern gegen das beschenkte Schwiegerkind nach den Grundsätzen des Wegfalls der Geschäftsgrundlage unter Berücksichtigung des gesetzlichen Güterstandes und des Zugewinnausgleichsanspruches des eigenen Kindes

Bundesgerichtshof
Urt. v. 03.02.2010, Az.: XII ZR 189/06
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 03.02.2010
Referenz: JurionRS 2010, 15355
Aktenzeichen: XII ZR 189/06
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Berlin - 04.11.2005 - AZ: 22 O 234/05

KG Berlin - 25.10.2006 - AZ: 22 U 195/05

Fundstellen:

BGHZ 184, 190 - 209

AB 2010, 7

DNotI-Report 2010, 106-107

DNotZ 2010, 852-861

DStR 2010, 13

ErbR 2014, 62-63

ErbR 2010, 257-262 (Volltext mit red./amtl. LS)

ErbStB 2010, 91

ErbStB 2010, 201-202

FamRB 2010, 197-198

FamRZ 2010, 958-964

FamRZ 2010, 1047

FF 2010, 90-91 (Pressemitteilung)

FF 2010, 506

FF 2010, 311-319

FK 2010, 145-147

FPR 2011, 105-110

FuR 2010, 3-4

FuR 2010, 467-473

JA 2010, 828-830

JurBüro 2010, 275

JuS 2010, 732

Life&Law 2010, 517-524

MDR 2010, 932-934

MittBayNot 2011, 138-144

NJ 2010, 6

NJW 2010, 6

NJW 2010, 2202-2207

NJW-Spezial 2010, 357-358

NotBZ 2010, 373-374

NWB 2010, 489-490

NWB direkt 2010, 159-160

RÜ 2010, 421-427

V&S 2010, 10

WM 2010, 1136-1142

WuB 2010, 541-544

ZAP 2010, 577-578

ZAP EN-Nr. 385/2010

ZEV 2010, 6

ZEV 2010, 371-376

ZEV 2011, 26

ZGS 2010, 103

ZNotP 2010, 305-311

ZWD 2010, 7

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Zuwendungen der Eltern, die um der Ehe ihres Kindes Willen an das (künftige) Schwiegerkind erfolgen, sind nicht als unbenannte Zuwendung, sondern als Schenkung zu qualifizieren (Aufgabe der bisherigen Senatsrechtsprechung, vgl. etwa Senatsurteile vom 7. September 2005 - XII ZR 316/02 - FamRZ 2006, 394 m.w.N.; BGHZ 129, 259, 263). Auch auf derartige Schenkungen sind die Grundsätze des Wegfalls der Geschäftsgrundlage anzuwenden.

  2. b)

    Rückforderungsansprüche der Schwiegereltern nach den Grundsätzen des Wegfalls der Geschäftsgrundlage können nicht mit der Begründung verneint werden, dass das beschenkte Schwiegerkind mit dem eigenen Kind der Schwiegereltern in gesetzlichem Güterstand gelebt hat und das eigene Kind über den Zugewinnausgleich teilweise von der Schenkung profitiert (Aufgabe der bisherigen Senatsrechtsprechung, vgl. Senatsurteil BGHZ 129, 259, 266 f.).

  3. c)

    Im Falle schwiegerelterlicher, um der Ehe des eigenen Kindes mit dem Beschenkten Willen erfolgter Schenkungen sind nach Scheitern der Ehe Ansprüche aus § 812 Abs. 1 Satz 2 Alt. 2 BGB denkbar (Aufgabe der bisherigen Senatsrechtsprechung, vgl. Senatsurteil BGHZ 129, 259, 264 m.w.N.).

Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 3. Februar 2010
durch
die Vorsitzende Richterin Dr. Hahne sowie
die Richter Prof. Dr. Wagenitz, Dose, Dr. Klinkhammer und Schilling
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Kläger wird das Urteil des 22. Zivilsenats des Kammergerichts in Berlin vom 25. Oktober 2006 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als die Berufung der Kläger wegen der den Betrag von 1.980,62 EUR (Rückforderung in bar übergebener 2.000 DM = 1.022,58 EUR und Materialkosten in Höhe von 958,04 EUR) übersteigenden Klage zurückgewiesen worden ist.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

Die weitergehende Revision wird verworfen.

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