BGH, 02.12.2010 - V ZB 84/10 - Auflistung der Gesellschafter einer GbR in einem Titel als Voraussetzung der Anordnung der Zwangsverwaltung des Grundstücks der GbR; Nachweis von Veränderungen im Gesellschafterbestand durch eine Rechtsnachfolgeklausel im Falle der Anordnung der Zwangsverwaltung des Grundstücks einer GbR; Erstreckung des erweiterten öffentlichen Glaubens des Grundbuchs auf die Gesellschafterstellung; Erstreckung des erweiterten öffentlichen Glaubens des Grundbuchs auf die Geschäftsführungsbefugnis

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 02.12.2010, Az.: V ZB 84/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 02.12.2010
Referenz: JurionRS 2010, 30094
Aktenzeichen: V ZB 84/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Kassel - 05.11.2009 - AZ: 640 L 90/09

AG Kassel - 05.11.2009 - AZ: 640 L 150/09

AG Kassel - 25.11.2009 - AZ: 640 L 90/09

AG Kassel - 26.12.2009 - AZ: 640 L 150/09

LG Kassel - 11.03.2010 - AZ: 3 T 706/09

LG Kassel - 11.03.2010 -AZ: 3 T 766/09

LG Kassel - 11.03.2010 -AZ: 3 T 005/10

LG Kassel - 11.03.2010 - AZ: 3 T 065/10

nachgehend:

BGH - 03.05.2012 - AZ: V ZB 84/10

Fundstellen:

BGHZ 187, 344 - 354

BB 2011, 396-399

BB 2011, 130

DB 2011, 103-106

DNotZ 2011, 765-769

DStR 2011, 370-374

DWW 2011, 104-107

ErbStB 2011, 249

EWiR 2011, 99

FoVo 2011, 35-38

GWR 2011, 59

Info M 2011, 342

JuS 2011, 364

MDR 2011, 320

NJ 2011, 6

NJW 2011, 615-618

NZG 2011, 180-182

NZM 2011, 209-212

Rpfleger 2011, 285-288

RÜ 2011, 225-228

VE 2011, 68-69

WM 2011, 239-242

WuB 2011, 225-226

ZBB 2011, 85

ZfIR 2011, 147-151

ZInsO 2011, 149-152

ZIP 2011, 119-122

ZNotP 2011, 406-407

ZNotP 2011, 114-117

Amtlicher Leitsatz:

ZPO § 727 Abs. 1, § 750 Abs. 1, ZVG § 17 Abs. 1, § 146 Abs. 1, BGB § 899a, § 1148 Satz 1

  1. a)

    Die Zwangsverwaltung des Grundstücks einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts darf nur angeordnet werden, wenn deren Gesellschafter sämtlich aus dem Titel hervorgehen und mit den im Grundbuch eingetragenen Gesellschaftern übereinstimmen. Hinsichtlich der Gesellschafter gilt § 1148 Satz 1 BGB entsprechend.

  2. b)

    Veränderungen im Gesellschafterbestand sind durch eine Rechtsnachfolgeklausel analog § 727 ZPO nachzuweisen.

  3. c)

    Der erweiterte öffentliche Glaube des Grundbuchs nach § 899a BGB bezieht sich nur auf die Gesellschafterstellung, nicht auf die Geschäftsführungsbefugnis.

Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
am 2. Dezember 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger,
die Richter Dr. Lemke und Dr. Schmidt-Räntsch,
die Richterin Dr. Stresemann und
den Richter Dr. Czub
beschlossen:

Tenor:

Auf die Rechtsbeschwerde der Schuldnerin wird der Beschluss der 3. Zivilkammer des Landgerichts Kassel vom 11. März 2010 (3 T 706/09 bis 3 T 766/09 und 3 T 005/10 bis 3 T 065/10) aufgehoben.

Die Sache wird zur erneuten Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens, an das Beschwerdegericht zurückverwiesen.

Der Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt für die Gerichtskosten 7.000 €.

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