BGH, 02.12.2010 - IX ZR 247/09 - Verjährung eines Anspruches auf Feststellung des Rechtsgrundes einer vollstreckbaren Forderung als solcher aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung; Schaden eines Versicherungsträgers bei einer Anfechtung unterbliebener Beitragszahlung zur Sozialversicherung im Insolvenzverfahren bei erfolgreicher Anfechtung der Beitragszahlung

Bundesgerichtshof
Urt. v. 02.12.2010, Az.: IX ZR 247/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 02.12.2010
Referenz: JurionRS 2010, 29513
Aktenzeichen: IX ZR 247/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Darmstadt - 25.01.2008 - AZ: 3 O 345/07

OLG Frankfurt am Main - 24.09.2009 - AZ: 12 U 31/08

Fundstellen:

BGHZ 187, 337 - 343

DB 2011, 52-53

EBE/BGH 2010, 414-416

EWiR 2011, 261

EzA-SD 5/2011, 23-24

GWR 2011, 39

InsbürO 2011, 74-77

MDR 2011, 122-123

NJ 2011, 171-172

NJW 2011, 1133-1135 "Unverjährbarkeit"

NWB 2011, 16-17

NWB direkt 2011, 14-15

NZI 2011, 111-114

NZI 2011, 362

PA 2011, 34

StuB 2011, 159-160

VE 2011, 39

VersR 2011, 936-938

WM 2011, 88-90

ZInsO 2011, 41-44

ZIP 2011, 37-39

Amtlicher Leitsatz:

ZPO § 256; BGB § 194 Abs. 1, § 197 Abs. 1 Nr. 3, §§ 199, 823 Abs. 2; StGB § 266a; InsO § 129 ff., § 174 Abs. 2, § 175 Abs. 2, §§ 184, 302 Nr. 1

  1. a)

    Der Anspruch des Gläubigers auf Feststellung des Rechtsgrundes einer vollstreckbaren Forderung als solcher aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung verjährt nicht nach den Vorschriften, welche für die Verjährung des Leistungsanspruchs gelten.

  2. b)

    Trotz Strafbarkeit unterbliebener Abführung von Arbeitnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung erleidet der zuständige Versicherungsträger keinen Schaden, wenn die Beitragszahlung im Insolvenzverfahren erfolgreich angefochten worden wäre (Bestätigung von BGH, WM 2001, 162 [BGH 14.11.2000 - VI ZR 149/99] und BGH, WM 2005, 1180 [BGH 18.04.2005 - II ZR 61/03]).

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 2. Dezember 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser,
den Richter Raebel,
die Richterin Lohmann,
den Richter Dr. Pape und
die Richterin Möhring
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des 12. Zivilsenats in Darmstadt des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 24. September 2009 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als die Berufung in einer die geltend gemachten Zinsen von 4.559,28 € übersteigenden Höhe zurückgewiesen worden ist.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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