BGH, 02.09.2009 - II ZB 35/07 - Notwendigkeit der Festsetzung einer Verfahrensgebühr i.F.d. Entstehens für den Bevollmächtigten des Erstattungsberechtigten eine Geschäftsgebühr

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 02.09.2009, Az.: II ZB 35/07
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 02.09.2009
Referenz: JurionRS 2009, 21777
Aktenzeichen: II ZB 35/07
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Stuttgart - 02.08.2007 - AZ: 12 O 101/07

OLG Stuttgart - 01.10.2007 - AZ: 8 W 380/07

Rechtsgrundlagen:

§ 15a Abs. 1 RVG

§ 15a Abs. 2 RVG

§ 118 BRAGO

Vorb. 3 Abs. 4 VV RVG

Fundstellen:

AGS 2009, 466-467

AnwBl 2009, 798-799

BGHR 2009, 1233-1234

BRAK-Mitt 2009, 294-295

DStR 2009, 2062-2063

EBE/BGH 2009, 316-317

EWiR 2010, 165

FamRB 2009, 343

FamRZ 2009, 1822-1823

FF 2009, 513-514

HRA 2009, 1-2

IBR 2009, 687

Info M 2010, 89

JurBüro 2009, 638-639

MDR 2009, 1311-1312

NJW 2009, 3101-3102

NJW-Spezial 2009, 683-684

RENOpraxis 2010, 33

Rpfleger 2009, 646-647

RÜ 2009, 703-705

RVG prof 2009, 184-185

RVG prof 2009, 173

RVGreport 2009, 387-388

VersR 2009, 1683

VRR 2009, 397-398

WM 2009, 2099-2100

ZAP EN-Nr. 730/2009

zfs 2009, 646-647

ZIP 2009, 1927-1928

Amtlicher Leitsatz:

Der Gesetzgeber hat durch die Einfügung von § 15 a Abs. 1 RVG (Art. 7 Abs. 4 Nr. 3 des Gesetzes zur Modernisierung von Verfahren im anwaltlichen und notariellen Berufsrecht, zur Errichtung einer Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft sowie zur Änderung sonstiger Vorschriften, BGBl I S. 2449) die bereits unter Geltung des § 118 BRAGO und nachfolgend unter Vorb. 3 Abs. 4 VV RVG bestehende Gesetzeslage klargestellt. Die Anrechnungsvorschrift wirkt sich danach grundsätzlich im Verhältnis zu Dritten, damit insbesondere im Kostenfestsetzungsverfahren, nicht aus. Im Kostenfestsetzungsverfahren musste und muss eine Verfahrensgebühr, von den in § 15 a Abs. 2 RVG geregelten Ausnahmen abgesehen, stets auch dann in der geltend gemachten Höhe festgesetzt werden, wenn für den Bevollmächtigten des Erstattungsberechtigten eine Geschäftsgebühr entstanden ist.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
am 2. September 2009
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und
die Richter Kraemer, Dr. Strohn, Caliebe und Dr. Löffler
beschlossen:

Tenor:

Die Rechtsbeschwerde der Beklagten gegen den Beschluss des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 1. Oktober 2007 wird auf ihre Kosten zurückgewiesen.

Beschwerdewert: 676,52 EUR

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