BGH, 02.02.2011 - 2 StR 622/10 - Nennung von Qualifikationstatbeständen in der rechtlichen Bezeichnung einer Straftat im Urteilstenor

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 02.02.2011, Az.: 2 StR 622/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 02.02.2011
Referenz: JurionRS 2011, 11043
Aktenzeichen: 2 StR 622/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Mainz - 06.07.2010

Verfahrensgegenstand:

Schwerer Raub

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    Die Qualifikation als "besonders schwerer" Raub muss in der rechtlichen Bezeichnung der Straftat im Urteilstenor zum Ausdruck kommen.

  2. 2.

    Die Entscheidung über die Dauer des Vorwegvollzuges nach § 67 Abs. 2 StGB erfordert, dass die voraussichtliche Dauer der Suchtbehandlung bis zur Erzielung eines Behandlungserfolges festgestellt wird.

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs
hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und
nach Anhörung des Beschwerdeführers
am 2. Februar 2011
gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO
beschlossen:

Tenor:

  1. 1.

    Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Mainz vom 6. Juli 2010 aufgehoben, soweit gegen den Angeklagten ein Vorwegvollzug von einem Jahr und drei Monaten der Freiheitsstrafe vor der Unterbringung angeordnet worden ist.

  2. 2.

    Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

  3. 3.

    Die weitergehende Revision wird als unbegründet verworfen; jedoch wird der Schuldspruch dahin geändert und neu gefasst, dass der Angeklagte des besonders schweren Raubes schuldig ist.

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