BGH, 01.12.2011 - IX ZR 79/11 - Pflicht eines Insolvenzverwalters oder Treuhänders zur Kündigung einer in die Insolvenzmasse fallende Kapitallebensversicherung als Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Rückkaufwertes der Versicherung

Bundesgerichtshof
Urt. v. 01.12.2011, Az.: IX ZR 79/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 01.12.2011
Referenz: JurionRS 2011, 30451
Aktenzeichen: IX ZR 79/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Wiesbaden - 15.06.2007 - AZ: 9 O 44/07

OLG Frankfurt am Main - 14.05.2008 - AZ: 7 U 157/07

BGH - 05.07.2011 - AZ: IX ZR 79/11

Fundstellen:

BB 2012, 343-347

DB 2012, 110-113

DStR 2012, 761-762

DZWIR 2012, 211-213

info also 2013, 141

InsbürO 2012, 238

KSI 2012, 90-91

MDR 2012, 188-189

NJ 2012, 7

NJ 2012, 131-132

NJW 2012, 8 "Kündigung durch Insolvenzverwalter"

NJW 2012, 678-682

NJW-Spezial 2012, 119

NWB 2012, 359

NWB direkt 2012, 106

NZI 2012, 76-80

NZI 2012, 7

StuB 2012, 167-168

VersR 2012, 299-302

VuR 2012, 79

WM 2012, 46-50

WuB 2012, 297-299

ZBB 2012, 70

ZInsO 2012, 77-81

ZIP 2012, 34-38

Amtlicher Leitsatz:

InsO § 103; ZPO § 851 Abs. 2; VVG § 165 Abs. 3 Satz 1 aF, § 176 Abs. 1 aF

  1. a)

    Der Insolvenzverwalter oder Treuhänder muss die in die Insolvenzmasse fallende Kapitallebensversicherung kündigen, wenn er den Rückkaufswert für die Masse beanspruchen will.

  2. b)

    Der Insolvenzverwalter oder Treuhänder kann die Kapitallebensversicherung kündigen, auch wenn der Schuldner mit dem Versicherer nach § 165 Abs. 3 Satz 1 VVG aF den Ausschluss des Kündigungsrechts vereinbart hat, wenn die Lebensversicherung pfändbar ist und in die Insolvenzmasse fällt.

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 29. September 2011 durch den Richter Vill als Vorsitzenden, die Richter Raebel, Prof. Dr. Gehrlein, Grupp und die Richterin Möhring für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Rechtsmittel des Klägers werden das Urteil des 7. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 14. Mai 2008 und das Urteil der 9. Zivilkammer des Landgerichts Wiesbaden vom 15. Juni 2007 aufgehoben.

Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 5.711,67 € zuzüglich Zinsen hieraus in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 21. Dezember 2006 zu zahlen.

Die Kosten des Rechtsstreits hat die Beklagte zu tragen.

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