BGH, 01.03.2011 - XI ZR 320/09 - Erfordernis eines durch normative Auslegung zu ermittelnden objektiven Erklärungswerts im Hinblick auf das Vorliegen einer konkludenten Genehmigung im Einzugsermächtigungsverfahren; Ausschluss eines unmittelbaren Bereicherungsanspruchs der Schuldnerbank gegen den Lastschriftgläubiger hinsichtlich der Genehmigung einer Belastungsbuchung durch den Schuldner

Bundesgerichtshof
Urt. v. 01.03.2011, Az.: XI ZR 320/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 01.03.2011
Referenz: JurionRS 2011, 13234
Aktenzeichen: XI ZR 320/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Augsburg - 14.11.2008 - AZ: 18 C 4203/08

LG Augsburg - 06.10.2009 - AZ: 4 S 4620/08

Fundstellen:

BB 2011, 1026

BKR 2011, 259-260

DB 2011, 1043-1045

DB 2011, 7

EWiR 2011, 413

GWR 2011, 187

IR 2011, 143

Kreditwesen 2011, 953-954

MDR 2011, 614-615

NJW 2011, 1434-1435

NZI 2011, 321-323

WM 2011, 743-745

WuB 2011, 426-427

ZAP 2011, 714

ZAP EN-Nr. 448/2011

ZIP 2011, 826-828

Amtlicher Leitsatz:

BGB §§ 133 B, 684 Satz 2

  1. a)

    Bei der Frage, ob eine konkludente Genehmigung einer im Einzugsermächtigungslastschriftverfahren vorgenommenen Kontobelastung vorliegt, ist der durch normative Auslegung zu ermittelnde objektive Erklärungswert des Verhaltens des Kontoinhabers maßgeblich (im Anschluss an das Senatsurteil vom 20. Juli 2010 - XI ZR 236/07, WM 2010, 1546, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen).

  2. b)

    Ist eine Belastungsbuchung vom Schuldner genehmigt worden, scheidet ein unmittelbarer Bereicherungsanspruch der Schuldnerbank gegen den Lastschriftgläubiger aus. Der Bereicherungsausgleich vollzieht sich in diesem Fall entsprechend den allgemeinen Grundsätzen innerhalb der jeweiligen Leistungsverhältnisse (im Anschluss an das Senatsurteil vom 11. April 2006 - XI ZR 220/05, BGHZ 167, 171).

Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
gemäß § 128 Abs. 2 ZPO
im schriftlichen Verfahren,
in dem Schriftsätze bis zum 7. Februar 2011 eingereicht werden konnten,
durch
den Vorsitzenden Richter Wiechers und
die Richter Dr. Ellenberger, Maihold, Dr. Matthias und Pamp
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Landgerichts Augsburg - 4. Zivilkammer - vom 6. Oktober 2009 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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