BGH, 01.03.2010 - II ZR 213/08 - Verpflichtung der mitwirkenden Richter zur Unterschrift eines Protokollurteils und Verbindung mit dem Sitzungsprotokoll; Führen einer falschen Darstellung der Entwicklung eines Vorgängerfonds zur Prospekthaftung ; Aufklärung eines Anlageinteressenten für seine Beitrittsentscheidung über die mit der angebotenen speziellen Beteiligungsform verbundenen Nachteile und Risiken; Offenlegung der geänderten Umstände nach Herausgabe des Emissionsprospektes durch Prospektberichtigung oder gesonderte Mitteilung; Erfolg oder Misserfolg vergleichbarer Vorgängerfonds und Entwicklung der Marktlage in der Branche des Fonds als wesentliche Umstände für eine Anlageentscheidung

Bundesgerichtshof
Urt. v. 01.03.2010, Az.: II ZR 213/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 01.03.2010
Referenz: JurionRS 2010, 13525
Aktenzeichen: II ZR 213/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG München I - 29.11.2007 - AZ: 22 O 1865/06

OLG München - 19.08.2008 - AZ: 25 U 5752/07

Fundstellen:

DB 2010, 8

DB 2010, 898-899

DStR 2010, 16

DStR 2010, 989-991

FamRZ 2010, 890

JZ 2010, 347

MDR 2010, 709

NJW 2010, 8 "Anlageentscheidung nach Prospektangabe über Vorgängerfonds"

NJW-RR 2010, 911-913

NZG 2010, 585-587

VersR 2010, 1333-1334

WM 2010, 796-798

WuB 2010, 457-459

ZBB 2010, 255

ZIP 2010, 933-935

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Bei einem sog. Protokollurteil müssen alle mitwirkenden Richter entweder das Protokoll, das dann neben den Angaben gemäß § 540 Abs. 1 Satz 1 ZPO auch die Urteilsbestandteile des § 313 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 ZPO enthalten muss, oder ein die Bestandteile des § 313 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 ZPO enthaltendes Urteil unterschreiben, das als Anlage mit dem Protokoll verbunden wird.

  2. b)

    Die falsche Darstellung der Entwicklung eines Vorgängerfonds kann zur Prospekthaftung führen.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
auf die mündliche Verhandlung vom 1. März 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und
die Richter Dr. Strohn, Dr. Reichart, Dr. Drescher und Bender
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des 25. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 19. August 2008 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung - auch über die Kosten des Beschwerde- und Revisionsverfahrens - an den 7. Zivilsenat des Berufungsgerichts zurückverwiesen.

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