BGH, 01.02.2012 - VIII ZR 156/11 - Abrechnung von Heizkosten nach dem Abflussprinzip oder unter Ansatz des im Abrechnungszeitraum verbrauchten Brennstoffs

Bundesgerichtshof
Urt. v. 01.02.2012, Az.: VIII ZR 156/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 01.02.2012
Referenz: JurionRS 2012, 10882
Aktenzeichen: VIII ZR 156/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Königstein im Taunus - 09.09.2010 - AZ: 21 C 204/10 (19)

LG Frankfurt am Main - 12.04.2011 - AZ: 2-17 S 128/10

Fundstellen:

BBB 2012, 59-60

DS 2012, 93 (Pressemitteilung)

DWW 2012, 91-92

EBE/BGH 2012, 74-75

GuT 2012, 36-37

Info M 2012, 50

IR 2012, 92-93

IWR 2012, 69

JR 2013, 69-71

JuS 2012, 8

Life&Law 2012, 304

MDR 2012, 11

MDR 2012, 336

MietRB 2012, 132

MK 2012, 79-80

NJ 2012, 7

NJ 2012, 5

NJ 2013, 486

NJW 2012, 6

NJW 2012, 1141-1142

NJW-Spezial 2012, 226

NWB 2012, 457

NWB direkt 2012, 134

NZM 2012, 230-231

RdW 2012, 349-350

WuM 2012, 143-145

WuM 2012, 436

ZAP 2012, 393

ZAP EN-Nr. 203/2012

ZfIR 2012, 4

ZfIR 2012, 440

ZIP 2012, 5

ZMR 2012, 341-342

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 556 Abs. 3; HeizkostenVO § 7 Abs. 2, § 12 Abs. 1

  1. a)

    Heizkosten können nicht nach dem Abflussprinzip, sondern nur unter Ansatz des im Abrechnungszeitraum verbrauchten Brennstoffs abgerechnet werden (Abgrenzung zu BGH, Urteil vom 20. Februar 2008 - VIII ZR 49/07, NJW 2008, 1300 [BGH 20.02.2008 - VIII ZR 49/07]).

  2. b)

    Die auf der Anwendung des Abflussprinzips beruhende Fehlerhaftigkeit einer Heizkostenabrechnung kann nicht durch eine Kürzung der auf die Nutzer entfallenden Kostenanteile nach § 12 Abs. 1 HeizkostenV ausgeglichen werden.

Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 7. Dezember 2011 durch den Vorsitzenden Richter Ball, den Richter Dr. Frellesen, die Richterin Dr. Hessel sowie die Richter Dr. Achilles und Dr. Schneider

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Beklagten und die Anschlussrevision der Klägerin wird das Urteil der 17. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt am Main vom 12. April 2011 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als über die in die Betriebskostenabrechnungen für die Jahre 2007 und 2008 eingestellten Heizkosten und die für das diesbezügliche Zahlungsbegehren der Klägerin angefallenen vorgerichtlichen Anwaltskosten entschieden worden ist.

Im Übrigen werden die Revision der Beklagten und die Anschlussrevision der Klägerin als unzulässig verworfen.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung - auch über die Kosten des Revisionsverfahrens - an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

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