BGH, 01.02.2011 - KZR 8/10 - Zuständigkeit nach Art. 5 Nr. 3 VO 44/2001/EG vom 22. Dezember 2000 (EuGVVO) im Falle des Erhebens einer negativen Feststellungsklage durch den potenziellen Schädiger; Erfolgsort in Deutschland bei Auswirkungen etwaiger wettbewerbsbeschränkender Verhaltensweisen unmittelbar auf dem deutschen Markt

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 01.02.2011, Az.: KZR 8/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 01.02.2011
Referenz: JurionRS 2011, 11747
Aktenzeichen: KZR 8/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Hamburg - 09.05.2008 - AZ: 315 O 410/07

OLG Hamburg - 14.01.2010 - AZ: 3 U 133/08

nachgehend:

BGH - 29.01.2013 - AZ: KZR 8/10

Rechtsgrundlagen:

Art. 21 EuGVÜ

Art. 2 VO 44/2001/EG vom 22. Dezember 2000 (EuGVVO)

Art. 5 Nr. 3 VO 44/2001/EG vom 22. Dezember 2000 (EuGVVO)

Art. 60 VO 44/2001/EG vom 22. Dezember 2000 (EuGVVO)

Fundstellen:

DB 2011, 15

EuLF 2011, 80-81

EWiR 2011, 253

GRUR 2011, 554-556 "Trägermaterial für Kartenformulare"

GRUR int 2011, 544-546

MDR 2011, 445

Mitt. 2011, 260 "Trägermaterial für Kartenformulare"

NJW 2011, 1632 "Trägermaterial für Kartenformulare"

RIW 2011, 564-566

RIW/AWD 2011, 564-566

WRP 2011, 605-608

WuW 2011, 487-492

ZIP 2011, 975-978

Der Kartellsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 1. Februar 2011
durch
den Präsidenten des Bundesgerichtshofs Prof. Dr. Tolksdorf,
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Meier-Beck und
die Richter Dr. Kirchhoff, Dr. Löffler und Dr. Bacher
beschlossen:

Tenor:

  1. I.

    Das Verfahren wird ausgesetzt.

  2. II.

    Dem Gerichtshof der Europäischen Union wird gemäß Art. 267 AEUV folgende Frage zur Auslegung des Gemeinschaftsrechts zur Vorabentscheidung vorgelegt:

    Ist Art. 5 Nr. 3 der Verordnung (EG) Nr. 44/2001 des Rates vom 22. Dezember 2000 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen dahingehend auszulegen, dass der Gerichtsstand der unerlaubten Handlung auch für eine negative Feststellungsklage eröffnet ist, mit der vom potenziellen Schädiger geltend gemacht wird, dass dem potenziellen Geschädigten aus einem bestimmten Lebenssachverhalt keine Ansprüche aus unerlaubter Handlung (hier: Verstoß gegen kartellrechtliche Vorschriften) zustehen?

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