BFH, 29.07.2010 - VI R 30/07 - Berücksichtigung der Vorteile aus einer verbilligten Überlassung von Aktien an einen Arbeitnehmer für seine Arbeitsleistung bei einer Besteuerung der Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit; Ermittlung des gemeinen Werts einer nicht börsennotierten Aktie über eine Heranziehung von weniger als einem Jahr zurückliegender und im gewöhnlichen Geschäftsverkehr getätigter Aktienverkäufe

Bundesfinanzhof
Urt. v. 29.07.2010, Az.: VI R 30/07
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 29.07.2010
Referenz: JurionRS 2010, 25673
Aktenzeichen: VI R 30/07
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Hessen - 30.05.2007 - AZ: 2 K 841/06

Rechtsgrundlagen:

§ 8 Abs. 1 EStG

§ 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 EStG

§ 19a Abs. 3 Nr. 1 EStG

§ 19a Abs. 8 S. 1 EStG

§ 11 Abs. 2 S. 2 BewG

Fundstellen:

BFHE 230, 413 - 420

AG 2010, 914-916

BFH/NV 2010, 2333-2335

BFH/PR 2011, 12

BStBl II 2011, 68-72 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2010, 2478-2481

DStR 2010, 2231-2234

DStRE 2010, 1411

DStZ 2010, 857

EStB 2011, 7-8

FR 2011, 238

HFR 2010, 1294-1296

Konzern 2011, 195

KÖSDI 2010, 17182

NJW 2010, 12

NWB 2010, 3516

NWB direkt 2010, 1130

NZG 2011, 38-40

StB 2010, 418

StBW 2010, 1115-1116

StC 2011, 11

StuB 2010, 834

StX 2010, 678-679

WPg 2011, 39-40

ZEV 2010, 650

Jurion-Abstract 2010, 225001 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

Der gemeine Wert der Aktien lässt sich nicht stets aus weniger als ein Jahr zurückliegenden und im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erfolgten Aktienverkäufen ableiten.

Der gemeine Wert nicht börsennotierter Aktien lässt sich nicht i.S. des § 11 Abs. 2 Satz 2 BewG aus Verkäufen ableiten, wenn nach den Veräußerungen aber noch vor dem Bewertungsstichtag weitere objektive Umstände hinzutreten, die dafür sprechen, dass diese Verkäufe nicht mehr den gemeinen Wert der Aktien repräsentieren, und es an objektiven Maßstäben für Zu- und Abschläge fehlt, um von den festgestellten Verkaufspreisen der Aktien auf deren gemeinen Wert zum Bewertungsstichtag schließen zu können.

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