BFH, 28.10.2010 - V R 9/10 - Steuerfreiheit einer Portfolioverwaltung mit dem Zweck des Handelns eines Steuerpflichtigen mit Wertpapieren nach eigenem Ermessen gegen Entgelt als individuelle Portfolioverwaltung für einzelne Anleger; Geltung von Art. 56 Abs. 1 Buchst. e Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie (RL 112/2006/EG) auch für die Portfolioverwaltung

Bundesfinanzhof
Beschl. v. 28.10.2010, Az.: V R 9/10
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 28.10.2010
Referenz: JurionRS 2010, 32808
Aktenzeichen: V R 9/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Hessen - 22.03.2010 - AZ: 6 K 1930/09

Rechtsgrundlagen:

Art. 4 Abs. 1 Nr. 9, 17 RL 39/2004/EG

Art. 2 Abs. 1 Buchst. c RL 112/2006/EG

Art. 56 Abs. 1 Buchst. e RL 112/2006/EG

Art. 135 Abs. 1 Buchst. a-g RL 112/2006/EG

§ 3a Abs. 3 UStG

§ 3a Abs. 4 Nr. 6 Buchst. a UStG

§ 4 Nr. 8 Buchst. e, h UStG

Fundstellen:

BFHE 231, 360 - 373

BB 2011, 615-616

BB 2011, 341 (Pressemitteilung)

BFH/NV 2011, 544-549

BFH/PR 2011, 187

BStBl II 2011, 306-311 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2011, 281

DStRE 2011, 368-374

DStZ 2011, 177-178

EuZW 2011, 316-320

GStB 2011, 15

HFR 2011, 445-449

IWB 2011, 92 (Pressemitteilung)

KÖSDI 2011, 17348-17349

KSR direkt 2011, 9

NWB 2011, 420

RIW/AWD 2011, 336

StB 2011, 62

StBW 2011, 155-156

StuB 2011, 235-236

StX 2011, 91-92

UR 2011, 383-389

UStB 2011, 103

UVR 2011, 67-68

V&S 2011, 5

ZBB 2011, 210-211

ZIP 2011, 1197-1202

Jurion-Abstract 2010, 225126 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

Dem EuGH werden folgende Fragen zur Auslegung der Richtlinie 2006/112/EG vorgelegt:

  1. 1.

    Ist die Vermögensverwaltung mit Wertpapieren (Portfolioverwaltung), bei der ein Steuerpflichtiger gegen Entgelt aufgrund eigenen Ermessens über den Kauf und Verkauf von Wertpapieren entscheidet und diese Entscheidung durch den Kauf und Verkauf der Wertpapiere vollzieht,

    • nur als Verwaltung von Sondervermögen für mehrere Anleger gemeinsam nach Art. 135 Abs. 1 Buchst. g der Richtlinie 2006/112/EG oder auch

    • als individuelle Portfolioverwaltung für einzelne Anleger nach Art. 135 Abs. 1 Buchst. f der Richtlinie 2006/112/EG (Umsatz, der sich auf Wertpapiere bezieht, oder als Vermittlung eines derartigen Umsatzes) steuerfrei?

  2. 2.

    Welche Bedeutung kommt bei der Bestimmung von Haupt- und Nebenleistung dem Kriterium, dass die Nebenleistung für die Kundschaft keinen eigenen Zweck, sondern das Mittel darstellt, um die Hauptleistung des Leistungserbringers unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen, im Verhältnis zur gesonderten Berechnung der Nebenleistung und der Erbringbarkeit der Nebenleistung durch Dritte zu?

  3. 3.

    Erfasst Art. 56 Abs. 1 Buchst. e der Richtlinie 2006/112/EG nur die in Art. 135 Abs. 1 Buchst. a bis g der Richtlinie 2006/112/EG genannten Leistungen oder auch die Vermögensverwaltung mit Wertpapieren (Portfolioverwaltung), selbst wenn dieser Umsatz nicht der zuletzt genannten Bestimmung unterliegt?

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