BFH, 28.10.2009 - VIII R 78/05 - Rechtmäßigkeit eines Verlangens bzgl. einer Ermittlung des Regelungsgehalts eines Verlangens zur Vorlage von Unterlagen auch durch Auslegung unter Berücksichtigung der dem Adressaten bekannten Umstände; Übermäßiges Vorlageverlangen von erwartungsgemäß existenten Unterlagen beim Steuerpflichtigen; Bestehen von Vorlageverweigerungsrechten in der beim Berufsgeheimnisträger selbst stattfindenden Außenprüfung

Bundesfinanzhof
Urt. v. 28.10.2009, Az.: VIII R 78/05
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 28.10.2009
Referenz: JurionRS 2009, 31814
Aktenzeichen: VIII R 78/05
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Münster - 25.07.2003 - AZ: 11 K 3622/02 AO

Fundstellen:

BFHE 227, 338 - 349

AnwBl 2010, 288

AO-StB 2010, 68-69

AuR 2010, 178

AUR 2010, 178

BB 2010, 469 (Pressemitteilung)

BBK 2010, 240-241

BerlAnwBl 2010, 76

BFH/NV 2010, 705-709

BFH/PR 2010, 182

BRAK-Mitt 2010, 86-90

BStBl II 2010, 455-460 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2010, 375-376

DStR 2010, 326-330

DStR 2010, 17-18

DStR 2010, 950-951

DStRE 2010, 316

DStZ 2010, 267

FA 2010, 117

GStB 2010, 17

HFR 2010, 441-444

KÖSDI 2010, 16877-16878

KSR direkt 2010, 8

NJW 2010, 10

NJW 2010, 1405-1408

NJW-Spezial 2010, 158-159

NVwZ 2010, 8

NWB 2010, 644

NWB direkt 2010, 202-204

PFB 2010, 114

PStR 2010, 114-115

StB 2010, 101

StBp 2010, 118

StBW 2010, 161

StuB 2010, 207-208

StX 2010, 124-125

V&S 2010, 5-6

wistra 2010, 192-196

WPg 2010, 500

WPK Magazin 2010, 48-51

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Lässt sich der Regelungsgehalt eines Verlangens zur Vorlage von Unterlagen auch nicht durch Auslegung unter Berücksichtigung der dem Adressaten bekannten Umstände hinreichend klar ermitteln, ist das Verlangen rechtswidrig und nicht nach §§ 328 ff. AO vollstreckbar.

  2. 2.

    Ein Vorlageverlangen ist in der Regel übermäßig und damit rechtswidrig, wenn es sich auf Unterlagen richtet, deren Existenz beim Steuerpflichtigen ihrer Art nach nicht erwartet werden kann.

  3. 3.

    Vorlageverweigerungsrechte aus § 104 Abs. 1 AO bestehen auch in der beim Berufsgeheimnisträger (Rechtsanwalt, Steuerberater usw.) selbst stattfindenden Außenprüfung, jedoch kann das FA grundsätzlich die Vorlage der zur Prüfung erforderlich erscheinenden Unterlagen in neutralisierter Form verlangen.

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