BFH, 28.07.2011 - VI R 5/10 - Anerkennung von Aufwendungen einer erstmaligen Berufsausbildung als vorab entstandene Werbungskosten; Wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen Berufsausbildungskosten und später tatsächlich erzielten steuerfreien Auslandseinkünften aufgrund der Möglichkeit der Ausübung der Berufstätigkeit im Ausland

Bundesfinanzhof
Urt. v. 28.07.2011, Az.: VI R 5/10
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 28.07.2011
Referenz: JurionRS 2011, 22907
Aktenzeichen: VI R 5/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Baden-Württemberg - 19.01.2010 - AZ: 11 K 4253/08

Fundstellen:

BFHE 234, 262 - 271

BeSt 2011, 34-35

BFH/NV 2011, 1776-1779

BFH/PR 2011, 412-413

BStBl II 2012, 553-557 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2011, 2012-2016

DStR 2011, 1745-1749

DStRE 2011, 1232

DStZ 2011, 736-737

FR 2011, 1169-1173

GStB 2011, 46

HFR 2011, 1109-1110

IStR 2011, 891-895

KÖSDI 2011, 17614

KSR direkt 2011, 3

NJW 2011, 3469-3472

NWB 2011, 3083

NWB direkt 2011, 979

PIStB 2011, 255

StB 2011, 338

StBW 2011, 913-914

StC 2011, 8

STFA 2011, 28-29

StuB 2011, 964

StX 2011, 563-564

ZAP 2012, 12

ZAP EN-Nr. 20/2012

Jurion-Abstract 2011, 225391 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Aufwendungen einer erstmaligen Berufsausbildung können als vorab entstandene Werbungskosten anzuerkennen sein. § 12 Nr. 5 EStG lässt ebenso wie § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG den Vorrang des Werbungskosten- und Betriebsausgabenabzugs unberührt.

  2. 2.

    Allein die Möglichkeit, dass diese Berufstätigkeit später auch im Ausland ausgeübt werden könnte, begründet noch keinen unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang i.S. des § 3c Abs. 1 1. Halbsatz EStG zwischen den Berufsausbildungskosten und später tatsächlich erzielten steuerfreien Auslandseinkünften.

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