BFH, 27.01.2010 - IX R 31/09 - Entschädigung als außerordentliche Einkünfte bei zusammengeballtem Zufluss infolge eines Mehrerhalts aufgrund der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses; Ermittlung der bei einem normalen Ablauf der Dinge erhaltenen Einnahmen anhand einer hypothetischen und prognostischen Beurteilung; Berücksichtigung der Verhältnisse des Vorjahres trotz Prägung der Einnahmesituation durch außergewöhnliche Ereignisse i.R.d. Einnahmenermittlung bei einem normalen Ablauf der Dinge

Bundesfinanzhof
Urt. v. 27.01.2010, Az.: IX R 31/09
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 27.01.2010
Referenz: JurionRS 2010, 16314
Aktenzeichen: IX R 31/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Niedersachsen - 24.02.2009 - AZ: 15 K 257/06

Fundstellen:

BFHE 229, 90 - 94

BB 2010, 2287-2288

BB 2010, 1437

BBK 2010, 591

BFH/NV 2010, 1324-1326

BFH/PR 2010, 295

BStBl II 2011, 28-30 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2010, 6

DB 2010, 1326-1327

DStR 2010, 1128-1130

DStR 2010, 8

DStRE 2010, 772

DStZ 2010, 472

EStB 2010, 246

FR 2010, 766-767

GStB 2010, 25

HFR 2010, 821-822

KÖSDI 2010, 17025

LGP 2010, 119

MBP 2010, 112

NJW 2010, 2976

NWB 2010, 1883

NWB direkt 2010, 649

NZA-RR 2010, 486-487

RdW 2010, 463-465

StB 2010, 218

StBW 2010, 491-492

StC 2010, 9

STFA 2010, 30

StuB 2010, 475

StX 2010, 357-358

Jurion-Abstract 2010, 224729 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Eine Entschädigung führt zu außerordentlichen Einkünften nach § 34 Abs. 2 EStG, wenn sie zusammengeballt zufließen, weil der Steuerpflichtige infolge der Beendigung des Arbeitsverhältnisses einschließlich der Entschädigung in dem jeweiligen Veranlagungszeitraum insgesamt mehr erhält, als er bei ungestörter Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses, also bei normalem Ablauf der Dinge erhalten würde (Bestätigung der ständigen Rechtsprechung).

  2. 2.

    Was der Steuerpflichtige bei normalem Ablauf der Dinge erhalten würde, kann nur aufgrund einer hypothetischen und prognostischen Beurteilung ermittelt werden; dabei ist nicht auf die Verhältnisse des Vorjahres abzustellen, wenn die Einnahmesituation durch außergewöhnliche Ereignisse geprägt ist und sich daraus keine Vorhersagen für den (unterstellten) normalen Verlauf bei Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses ableiten lassen.

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