BFH, 24.03.2011 - VI R 11/10 - Steuerfreie Erstattungen für Reisekostenvergütungen oder Trennungsgelder stehen dem Abzug von Verpflegungsmehraufwand als Werbungskosten nur insoweit entgegen als sie tatsächlich gewährt wurden; Werbungskostenabzug bei Verpflegungsmehraufwendungen trotz Erhalt von steuerfreien Erstattungen für Reisekostenvergütungen oder Trennungsgeldern; Unentgeltliche Gemeinschaftsverpflegung in der Kaserne für Soldaten während einer Dienstreise als steuerbarer und steuerpflichtiger Arbeitslohn

Bundesfinanzhof
Urt. v. 24.03.2011, Az.: VI R 11/10
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 24.03.2011
Referenz: JurionRS 2011, 17349
Aktenzeichen: VI R 11/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Niedersachsen - 02.09.2009 - AZ: 7 K 303/06

Fundstellen:

BFHE 233, 171 - 173

BB 2011, 1494

BFH/NV 2011, 1228-1229

BFH/PR 2011, 299

BStBl II 2011, 829-831

BStBl II 2011, 828-831 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2011, 6

DB 2011, 1310-1311

DStR 2011, 8

DStRE 2011, 863-864

DStZ 2011, 505

EStB 2011, 248-249

FR 2011, 776-777

HFR 2011, 753-754

KÖSDI 2011, 17496-17497

KSR direkt 2011, 7

LGP 2011, 137

NWB 2011, 2108

NWB direkt 2011, 694

stak 2011

StB 2011, 217

StBW 2011, 578-579

StuB 2011, 516

StX 2011, 371-372

SWK 2011, 991

WISO-SteuerBrief 2011, 20

Jurion-Abstract 2011, 225311 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Steuerfreie Erstattungen für Reisekostenvergütungen oder Trennungsgelder stehen dem Abzug von Verpflegungsmehraufwand als Werbungskosten nur insoweit entgegen, als sie dem Steuerpflichtigen tatsächlich ausgezahlt wurden.

  2. 2.

    Soweit der Arbeitgeber entsprechend den reisekostenrechtlichen Bestimmungen von seinem Einbehaltungsrecht Gebrauch macht oder die Vergütungen gekürzt hat, kommt § 3c EStG nicht zur Anwendung.

  3. 3.

    Die unentgeltliche Gemeinschaftsverpflegung in der Kaserne für Soldaten während einer Dienstreise ist regelmäßig steuerbarer und steuerpflichtiger Arbeitslohn und mit dem amtlichen Sachbezugswert zu bewerten.

Diese Artikel im Bereich Steuern und Steuerstrafrecht könnten Sie interessieren

„Gewerbliche Infizierung“ durch Integrierte Versorgung

„Gewerbliche Infizierung“ durch Integrierte Versorgung

Wegen einer sogenannten „gewerblichen Infizierung“ durch integrierte Versorgung können die gesamten Einkünfte der ärztlichen Gemeinschaftspraxis der Gewerbesteuer unterliegen. mehr

Freiberuflichkeit selbstständiger Ärzte wird durch Beschäftigung angestellter Ärzte nicht aufgehoben

Freiberuflichkeit selbstständiger Ärzte wird durch Beschäftigung angestellter Ärzte nicht aufgehoben

Die Zuhilfenahme von qualifiziertem Personal greift die Freiberuflichkeit des einstellenden Arztes nicht an. Solange dieser bei der Erledigung der einzelnen Aufträge aufgrund eigener Fachkenntnisse… mehr

Gewerbesteuer für Gemeinschaftspraxen mit Nullbeteiligungsgesellschafter

Gewerbesteuer für Gemeinschaftspraxen mit Nullbeteiligungsgesellschafter

Das Aufnehmen von eigenverantwortlich tätigen Ärzten in die GbR kann eine Gewerbesteuerpflicht für Gemeinschaftspraxen nach sich ziehen. Nämlich dann, wenn von den Mitunternehmern kein… mehr