BFH, 20.04.2011 - I R 97/10 - Bindung des Einbringenden an bei aufnehmender Kapitalgesellschaft angesetzten Wert; Höhe des abziehbaren Verlustes gem. § 3c Abs. 2 S. 1 EStG 2002 nach einer erfassten Veräußerung i.R.d. § 17 EStG 2002

Bundesfinanzhof
Urt. v. 20.04.2011, Az.: I R 97/10
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 20.04.2011
Referenz: JurionRS 2011, 21481
Aktenzeichen: I R 97/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG München - 23.06.2010 - AZ: 1 K 2271/07

Rechtsgrundlagen:

§ 3 Nr. 40 EStG 2002

§ 3c Abs. 2 EStG 2002

§ 17 EStG 2002

§ 20 Abs. 2 S. 1 UmwStG 1995

§ 20 Abs. 4 S. 1 UmwStG 1995

Fundstellen:

BFHE 233, 508 - 517

BFH/NV 2011, 1789-1792

BFH/PR 2011, 396-397

BStBl II 2011, 815-819 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2011, 1839-1842

DStR 2011, 1611-1614

DStRE 2011, 1163

DStZ 2011, 661-662

FR 2011, 1102-1105

GmbHR 2011, 278-280

GmbHR 2011, 1045-1048

GmbH-StB 2011, 292-293

GStB 2011, 47

HFR 2011, 1122-1124

NWB 2011, 2842

NWB direkt 2011, 908

NZG 2011, 1036-1039

StB 2011, 297

StBW 2011, 817-818

StuB 2011, 681

StX 2011, 520-521

Jurion-Abstract 2011, 225344 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Bei Einbringung von Gesellschaftsanteilen an einer Kapitalgesellschaft gegen Gewährung von Anteilen an der aufnehmenden Kapitalgesellschaft entspricht der vom Einbringenden erzielte Veräußerungspreis grundsätzlich dem Wert, den die aufnehmende Kapitalgesellschaft für die eingebrachten Anteile angesetzt hat (Bestätigung des Senatsbeschlusses vom 19. Dezember 2007 I R 111/05, BFHE 220, 152, BStBl II 2008, 536).

  2. 2.

    Wird der von der Kapitalgesellschaft angesetzte Wert im Rahmen der Besteuerung jener Kapitalgesellschaft korrigiert, so ändert sich dadurch zugleich der beim Einbringenden zu berücksichtigende Veräußerungspreis (Bestätigung des BMF-Schreibens vom 25. März 1998, BStBl I 1998, 268).

  3. 3.

    Wird im Rahmen einer von § 17 EStG 2002 erfassten Veräußerung ein Verlust erzielt, so ist dieser Verlust gemäß § 3c Abs. 2 Satz 1 EStG 2002 nur zur Hälfte abziehbar.

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