BFH, 16.02.2011 - X R 10/10 - Abschaffung der Abziehbarkeit von Steuerberatungskosten als Sonderausgaben ist mit dem subjektiven Nettoprinzip vereinbar

Bundesfinanzhof
Urt. v. 16.02.2011, Az.: X R 10/10
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 16.02.2011
Referenz: JurionRS 2011, 14367
Aktenzeichen: X R 10/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Düsseldorf - 19.03.2010 - AZ: 1 K 3692/07 E

Fundstellen:

BFH/NV 2011, 977-979

DB 2011, 1138-1140

EStB 2011, 217

KÖSDI 2011, 17454

StX 2011, 326-327

WISO-SteuerBrief 2011, 1

Jurion-Abstract 2011, 225263 (Zusammenfassung)

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    Steuerberatungskosten, die mangels Veranlassung durch eine bestimmte Einkunftsart weder als Betriebsausgaben noch als Werbungskosten abgezogen werden können, können auch nicht gemäß § 10 EStG als Sonderausgaben abgezogen werden, da die zu berücksichtigenden Aufwendungen in §§ 10 ff. EStG enumerativ aufgezählt sind, wozu die Steuerberaterkosten nicht gehören.

  2. 2.

    Die (verbliebenen) Steuerberatungskosten sind auch nicht als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG abziehbar (vgl. Senatsurteil in BFHE 228, 317, [BFH 04.02.2010 - X R 10/08] BStBl II 2010, 617).

  3. 3.

    Der Nichtabzug verletzt weder den verfassungsrechtlichen Gleichheitssatz nach Art. 3 Abs. 1 GG noch das Gebot der Folgerichtigkeit (Senatsurteil in BFHE 228, 317, [BFH 04.02.2010 - X R 10/08] BStBl II 2010, 617).

Diese Artikel im Bereich Steuern und Steuerstrafrecht könnten Sie interessieren

„Gewerbliche Infizierung“ durch Integrierte Versorgung

„Gewerbliche Infizierung“ durch Integrierte Versorgung

Wegen einer sogenannten „gewerblichen Infizierung“ durch integrierte Versorgung können die gesamten Einkünfte der ärztlichen Gemeinschaftspraxis der Gewerbesteuer unterliegen. mehr

Freiberuflichkeit selbstständiger Ärzte wird durch Beschäftigung angestellter Ärzte nicht aufgehoben

Freiberuflichkeit selbstständiger Ärzte wird durch Beschäftigung angestellter Ärzte nicht aufgehoben

Die Zuhilfenahme von qualifiziertem Personal greift die Freiberuflichkeit des einstellenden Arztes nicht an. Solange dieser bei der Erledigung der einzelnen Aufträge aufgrund eigener Fachkenntnisse… mehr

Gewerbesteuer für Gemeinschaftspraxen mit Nullbeteiligungsgesellschafter

Gewerbesteuer für Gemeinschaftspraxen mit Nullbeteiligungsgesellschafter

Das Aufnehmen von eigenverantwortlich tätigen Ärzten in die GbR kann eine Gewerbesteuerpflicht für Gemeinschaftspraxen nach sich ziehen. Nämlich dann, wenn von den Mitunternehmern kein… mehr