BFH, 12.10.2010 - I R 64/09 - Behandlung des zugeführten und des bisherigen Aktivvermögens jeweils durch Ansetzen mit dem Teilwert; Sachlicher Zusammenhang zwischen dem Anteilswechsel und der Zuführung neuen Betriebsvermögens durch Verschmelzung des Tochterunternehmens im Zusammenhang mit einem Anteilswechsel von mehr als 50 Prozent auf ihre Muttergesellschaft

Bundesfinanzhof
Urt. v. 12.10.2010, Az.: I R 64/09
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 12.10.2010
Referenz: JurionRS 2010, 31448
Aktenzeichen: I R 64/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Sachsen - 18.06.2009 - AZ: 2 K 783/08

Fundstellen:

BFHE 231, 522 - 529

BB 2011, 494-496

BFH/NV 2011, 525-528

BFH/PR 2011, 138

DB 2011, 333-336

DStRE 2011, 229-232

EStB 2011, 62

FR 2011, 423-426

GmbHR 2011, 215-218

GmbH-StB 2011, 67

GStB 2011, 11

HFR 2011, 431-434

Konzern 2011, 251

KoR 2011, 175

KÖSDI 2011, 17310-17311

KSR direkt 2011, 5

NWB 2011, 260-261

NWB direkt 2011, 82-83

NZG 2011, 558-560

StB 2011, 60

StBW 2011, 153-154

StuB 2011, 118

WPg 2011, 239-241

Jurion-Abstract 2010, 225098 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Überwiegend neues Betriebsvermögen i.S. des § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG 2002 liegt vor, wenn das zugegangene Aktivvermögen das vorher vorhandene Restaktivvermögen übersteigt. Das zugeführte und das bisherige Aktivvermögen sind jeweils mit dem Teilwert anzusetzen. In die Vergleichsrechnung sind auch immaterielle Wirtschaftsgüter einzubeziehen.

  2. 2.

    Werden Tochterunternehmen im Zusammenhang mit einem Anteilswechsel von mehr als 50% auf ihre Muttergesellschaft verschmolzen, fehlt es regelmäßig am erforderlichen sachlichen Zusammenhang zwischen dem Anteilswechsel und der Zuführung neuen Betriebsvermögens.

Diese Artikel im Bereich Steuern und Steuerstrafrecht könnten Sie interessieren

„Gewerbliche Infizierung“ durch Integrierte Versorgung

„Gewerbliche Infizierung“ durch Integrierte Versorgung

Wegen einer sogenannten „gewerblichen Infizierung“ durch integrierte Versorgung können die gesamten Einkünfte der ärztlichen Gemeinschaftspraxis der Gewerbesteuer unterliegen. mehr

Freiberuflichkeit selbstständiger Ärzte wird durch Beschäftigung angestellter Ärzte nicht aufgehoben

Freiberuflichkeit selbstständiger Ärzte wird durch Beschäftigung angestellter Ärzte nicht aufgehoben

Die Zuhilfenahme von qualifiziertem Personal greift die Freiberuflichkeit des einstellenden Arztes nicht an. Solange dieser bei der Erledigung der einzelnen Aufträge aufgrund eigener Fachkenntnisse… mehr

Gewerbesteuer für Gemeinschaftspraxen mit Nullbeteiligungsgesellschafter

Gewerbesteuer für Gemeinschaftspraxen mit Nullbeteiligungsgesellschafter

Das Aufnehmen von eigenverantwortlich tätigen Ärzten in die GbR kann eine Gewerbesteuerpflicht für Gemeinschaftspraxen nach sich ziehen. Nämlich dann, wenn von den Mitunternehmern kein… mehr