BFH, 11.11.2010 - VI R 27/09 - Unterscheidung von Barlöhnen und Sachbezügen nach dem Rechtsgrund des Zuflusses; Auswirkung der Art und Weise einer Anspruchserfüllung und Verschaffung eines zugesagten Vorteils durch einen Arbeitgeber auf die Qualifizierung als Barlohn oder Sachbezug; Vorliegen von Sachbezügen i.S.v. § 8 Abs. 2 S. 9 Einkommensteuergesetz (EStG) bei Verbindung einer Zahlung des Arbeitgebers mit der Auflage einer bestimmten Verwendung des Geldbetrages

Bundesfinanzhof
Urt. v. 11.11.2010, Az.: VI R 27/09
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 11.11.2010
Referenz: JurionRS 2010, 32923
Aktenzeichen: VI R 27/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Baden-Württemberg - 18.12.2008 - AZ: 13 K 2626/07

Fundstellen:

BFHE 232, 56 - 62

AuA 2011, 169

BB 2011, 405

BB 2011, 804-806

BBK 2011, 199-200

BBK 2011, 300

BeSt 2011, 15-16

BFH/NV 2011, 484-486

BFH/PR 2011, 124

BStBl II 2011, 386-389 (Volltext mit amtl. LS)

DStR 2011, 260-262

DStRE 2011, 254

DStZ 2011, 223

FR 2011, 383-385

GStB 2011, 13

HFR 2011, 397-399

KÖSDI 2011, 17342

KSR direkt 2011, 5

NJW 2011, 1472

NWB 2011, 498-499

NWB direkt 2011, 156-157

NZA 2011, 396

NZA-RR 2011, 253-255

RdW 2011, 227-230

StB 2011, 57

StBW 2011, 145-146

StC 2011, 8-9

SteuerStud 2011, 109

StuB 2011, 153

StX 2011, 100

ZAP 2011, 398

ZAP EN-Nr. 275/2011

Jurion-Abstract 2010, 225151 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Sachbezüge sind alle nicht in Geld bestehenden Einnahmen. Ob Barlöhne oder Sachbezüge vorliegen, entscheidet sich nach dem Rechtsgrund des Zuflusses, also danach, was der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber beanspruchen kann. Es kommt nicht darauf an, auf welche Art und Weise der Arbeitgeber den Anspruch erfüllt und seinem Arbeitnehmer den zugesagten Vorteil verschafft.

  2. 2.

    Sachbezüge i.S. des § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG liegen auch dann vor, wenn der Arbeitgeber seine Zahlung an den Arbeitnehmer mit der Auflage verbindet, den empfangenen Geldbetrag nur in einer bestimmten Weise zu verwenden (Änderung der Rechtsprechung gegenüber Senatsurteil vom 27. Oktober 2004 VI R 51/03, BFHE 207, 314, [BFH 27.10.2004 - VI R 51/03] BStBl II 2005, 137 ).

  3. 3.

    Räumt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer das Recht ein, bei einer bestimmten Tankstelle auf seine Kosten tanken zu dürfen, liegt ein Sachbezug i.S. des § 8 Abs. 2 Sätze 1 und 9 EStG vor.

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