BFH, 09.12.2009 - X R 52/06 - Betriebliche Veranlassung von Ausgaben für einen teilweise privat genutzten Dachgeschossraum in einem Einfamilienhaus; Überlassung betrieblich angemieteter Räume eines Dachgeschosses an einen Gesellschafter zur privaten Nutzung als verdeckte Gewinnausschüttung; Gewerbliche Vermietung an eine GmbH im Zuge einer Betriebsaufspaltung als betriebliche Nutzung

Bundesfinanzhof
Urt. v. 09.12.2009, Az.: X R 52/06
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 09.12.2009
Referenz: JurionRS 2009, 34194
Aktenzeichen: X R 52/06
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Hessen - 12.12.2005 - AZ: 5 K 2155/02

Fundstellen:

BFH/NV 2010, 1246-1248

DStRE 2010, 859-861

EStB 2010, 249-250

EStB 2010, 294

KÖSDI 2010, 17111

StBW 2010, 530

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    Wird ein Gebäude oder Gebäudeteil im Zuge einer Betriebsaufspaltung von einem Einzelunternehmen (= Besitzunternehmen) durch gewerbliche Vermietung an eine GmbH (Betriebsgesellschaft) betrieblich genutzt, stellt die Überlassung eines Teils dieses Gebäudes oder Gebäudeteils (hier Dachgeschoss) durch die GmbH an den Einzelunternehmer zu dessen privater Nutzung eine verdeckte Gewinnausschüttung dar, die der Einzelunternehmer nach § 15 EStG i.V.m. § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 und Abs. 3 EStG im Rahmen seines Besitzunternehmens zu versteuern hat.

  2. 2.

    Die private Nutzung der Dachgeschossräume lässt die betriebliche Veranlassung der Vermietung an die GmbH unberührt, ist aber als gesellschaftlich veranlasste Vorteilsgewährung der GmbH an den Inhaber des Besitzunternehmens zu erfassen.

Diese Artikel im Bereich Steuern und Steuerstrafrecht könnten Sie interessieren

„Gewerbliche Infizierung“ durch Integrierte Versorgung

„Gewerbliche Infizierung“ durch Integrierte Versorgung

Wegen einer sogenannten „gewerblichen Infizierung“ durch integrierte Versorgung können die gesamten Einkünfte der ärztlichen Gemeinschaftspraxis der Gewerbesteuer unterliegen. mehr

Freiberuflichkeit selbstständiger Ärzte wird durch Beschäftigung angestellter Ärzte nicht aufgehoben

Freiberuflichkeit selbstständiger Ärzte wird durch Beschäftigung angestellter Ärzte nicht aufgehoben

Die Zuhilfenahme von qualifiziertem Personal greift die Freiberuflichkeit des einstellenden Arztes nicht an. Solange dieser bei der Erledigung der einzelnen Aufträge aufgrund eigener Fachkenntnisse… mehr

Gewerbesteuer für Gemeinschaftspraxen mit Nullbeteiligungsgesellschafter

Gewerbesteuer für Gemeinschaftspraxen mit Nullbeteiligungsgesellschafter

Das Aufnehmen von eigenverantwortlich tätigen Ärzten in die GbR kann eine Gewerbesteuerpflicht für Gemeinschaftspraxen nach sich ziehen. Nämlich dann, wenn von den Mitunternehmern kein… mehr