BFH, 08.10.2010 - II B 111/10 - Hinreichend substantiierte Ausführungen zur Klärungsbedürftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage und Auseinandersetzung mit Rechtsprechung und Schrifttum als Anforderungen an den Beschwerdeführer an die Darlegung der Zulassungsgründe der Revision; Schwerpunkt des wirtschaftlichen Interesses zur Abgrenzung der Wahrnehmung eigener oder fremder Rechtsangelegenheiten

Bundesfinanzhof
Beschl. v. 08.10.2010, Az.: II B 111/10
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 08.10.2010
Referenz: JurionRS 2010, 26944
Aktenzeichen: II B 111/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Berlin-Brandenburg - 24.09.2009 - AZ: 13 K 65/06

Fundstellen:

BFH/NV 2011, 73-76

Jurion-Abstract 2010, 225095 (Zusammenfassung)

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    Die Steueranagelegenheiten einer GmbH liegen grundsätzlich nicht im unmittelbaren und überwiegenden Interesse der Gesellschafter und etwaiger Unterbeteiligter, so dass es sich bei der Wahrnehmung dieser für die Gesellschafter oder Unterbeteiligten fremden Interessen durch sie um eine Hilfeleistung i. S. des § 1 StBerG handelt.

  2. 2.

    Die Frage, ob eine Beteiligung an einer juristischen Person (GmbH) am Gesellschaftskapital einer anderen juristischen Person (GmbH) dazu führt, dass es sich bei der Erledigung der Steuerangelegenheiten der Beteiligungsgesellschaft nicht um eine Hilfeleistung i.S. des § 1 StBerG handelt und dies auch für den Fall der Unterbeteiligung an einer anderen Gesellschaft gilt, ist nicht klärungsbedürftig, wenn nicht dargelegt wird, inwiefern das Verständnis dieses Begriffs in Rechtsprechung und Literatur bezogen auf Sachverhalte, bei denen Inhaber von Unterbeteiligungen an Gesellschaftsanteilen einer GmbH die, Steuerangelegenheiten der GmbH regeln, nicht hinreichend konkretisiert wurden.

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