BFH, 02.09.2010 - V R 34/09 - Rückgewähr der Anzahlung als Grund für die Minderung der Bemessungsgrundlage nach umsatzsteuerrechtlichen Vorschriften bei der Vereinnahmung einer Anzahlung ohne Erbringung der Gegenleistung durch einen Unternehmer; Entstehung des Berichtigungsanspruchs mit der Rückgewähr des Entgelts bei Rückgängigmachen der Leistung nach Vereinnahmung des Entgelts

Bundesfinanzhof
Urt. v. 02.09.2010, Az.: V R 34/09
Gericht: BFH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 02.09.2010
Referenz: JurionRS 2010, 29296
Aktenzeichen: V R 34/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Rheinland-Pfalz - 25.06.2009 - AZ: 6 K 1969/06 (EFG 2009, 1667)

Fundstellen:

BFHE 231, 321 - 326

BB 2011, 86

BB 2011, 424

BBK 2011, 151

BFH/NV 2011, 383-384

BFH/PR 2011, 103-104

BStBl II 2011, 991-994 (Volltext mit amtl. LS)

DB 2011, 153-155

DStR 2010, 2632-2634

DStRE 2011, 120

DStZ 2011, 95-96

GStB 2011, 6

HFR 2011, 465-466

KÖSDI 2011, 17274

MBP 2011, 58

NWB 2010, 4253-4254

NWB direkt 2010, 1399-1400

StB 2011, 6

StC 2011, 9

StuB 2011, 198

StX 2011, 12-13

UR 2011, 66-69

UStB 2011, 36-37

UVR 2011, 131-132

WPg 2011, 287-289

Jurion-Abstract 2010, 225045 (Zusammenfassung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Vereinnahmt der Unternehmer eine Anzahlung, ohne die hierfür geschuldete Leistung zu erbringen, kommt es erst mit der Rückgewähr der Anzahlung zur Minderung der Bemessungsgrundlage nach § 17 Abs. 2 Nr. 2 UStG (Fortführung von BFH-Urteil vom 18. September 2008 V R 56/06, BFHE 222, 162, BStBl II 2009, 250, entgegen BFH-Urteil vom 24. August 1995 V R 55/94, BFHE 178, 485, BStBl II 1995, 808 ).

  2. 2.

    Wird die Leistung nach Vereinnahmung des Entgelts rückgängig gemacht, entsteht der Berichtigungsanspruch nach § 17 Abs. 2 Nr. 3 UStG erst mit der Rückgewähr des Entgelts (Fortführung von BFH-Urteil in BFHE 222, 162, [BFH 18.09.2008 - V R 56/06] BStBl II 2009, 250, entgegen BFH-Beschluss vom 20. August 1999 V B 74/99, BFH/NV 2000, 243).

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