BAG, 10.06.2010 - 2 AZR 541/09 - Fristloste Kündigung wegen Aneignung von Flaschenpfand in Höhe von 1,30 EUR ohne Abmahnung; Kaisers Tengelmann AG; Fall Emmely

Bundesarbeitsgericht
Urt. v. 10.06.2010, Az.: 2 AZR 541/09
Gericht: BAG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 10.06.2010
Referenz: JurionRS 2010, 25621
Aktenzeichen: 2 AZR 541/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

ArbG Berlin - 21.08.2008 - AZ: 2 Ca 3632/08

LAG Berlin-Brandenburg - 24.02.2009 - AZ: 7 Sa 2017/08

BAG - 28.07.2009 - AZ: 3 AZN 224/09

Rechtsgrundlage:

§ 626 BGB

Fundstellen:

BAGE 134, 349 - 367

AA 2011, 40

AA 2010, 123-124 (Pressemitteilung)

AiB 2011, 61-64 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)

ArbR 2010, 316

ArbRB 2010, 328-329

ArbRB 2010, 197-198 (Pressemitteilung)

AuA 2011, 179

AuA 2010, 433

AuR 2011, 69-72

AuR 2010, 348

AuR 2010, 526

AUR 2010, 526

AUR 2010, 348

AUR 2011, 69-72

BB 2011, 59-61

BB 2010, 2755

DB 2010, 2395-2399

DB 2010, 15-16

EBE/BAG 2010, 179-184

EWiR 2011, 75

EzA-SD 13/2010, 3 (Pressemitteilung)

FA 2011, 28-29

FA 2010, 348-349 (Pressemitteilung)

FStBay 2011, 447-448

GuT 2010, 380-385

GWR 2010, 560

JA 2011, 228-230

JuS 2011, 175-176

JuS 2010, 7

Life&Law 2011, 1-8

MDR 2010, 8

MDR 2011, 236-238

NJW 2011, 167-172 ""Emmely""

NJW 2010, 10 ""Emmely""

NJW-Spezial 2010, 722-723 ""Emmely""

NWB 2010, 1962

NWB direkt 2010, 680

NZA 2010, 10-11

NZA 2010, 1227-1234

NZG 2010, 821

PERSONALmagazin 2011, 59

RÜ 2010, 771-778

SAE 2010, 163-164 (Pressemitteilung)

SAE 2011, 139-147

schnellbrief 2010, 3 (Pressemitteilung)

StBW 2010, 570-571 (Pressemitteilung)

StuB 2010, 560

StX 2010, 399-400

ZIP 2010, 6

ZMV 2010, 215 (Pressemitteilung)

ZTR 2011, 123

ZTR 2010, 402

ZTR 2010, 354

Amtlicher Leitsatz:

1. Rechtswidrige und vorsätzliche Handlungen des Arbeitnehmers, die sich unmittelbar gegen das Vermögen des Arbeitgebers richten, können auch dann ein wichtiger Grund zur außerordentlichen Kündigung sein, wenn die Pflichtverletzung Sachen von nur geringem Wert betrifft oder nur zu einem geringfügigen, möglicherweise gar keinem Schaden geführt hat.

2. Das Gesetz kennt auch im Zusammenhang mit strafbaren Handlungen des Arbeitnehmers keine absoluten Kündigungsgründe. Es bedarf stets einer umfassenden, auf den Einzelfall bezogenen Prüfung und Interessenabwägung dahingehend, ob dem Kündigenden die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses trotz der eingetretenen Vertrauensstörung - zumindest bis zum Ablauf der Kündigungsfrist - zumutbar ist oder nicht.

In Sachen

Klägerin, Berufungsklägerin und Revisionsklägerin,

pp.

Beklagte, Berufungsbeklagte und Revisionsbeklagte,

hat der Zweite Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 10. Juni 2010 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht Kreft, den Richter am Bundesarbeitsgericht Schmitz-Scholemann, die Richterin am Bundesarbeitsgericht Berger sowie die ehrenamtlichen Richter Dr. Bartz und Falke für Recht erkannt:

Tenor:

1. Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 24. Februar 2009 - 7 Sa 2017/08 - aufgehoben.

2. Auf die Berufung der Klägerin wird das Urteil des Arbeitsgerichts Berlin vom 21. August 2008 - 2 Ca 3632/08 - abgeändert:

Es wird festgestellt, dass das Arbeitsverhältnis der Parteien weder durch die fristlose Kündigung, noch durch die hilfsweise erklärte ordentliche Kündigung vom 22. Februar 2008 aufgelöst worden ist.

3. Die Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits.

Von Rechts wegen!

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