BAG, 09.08.2011 - 9 AZR 425/10 - Erlöschen des übertragenen Urlaubsanspruchs eines krankheitsbedingt arbeitsunfähigen Arbeitnehmers bei möglichem Urlaubsantritt im laufenden Urlaubsjahr nach der Genesung

Bundesarbeitsgericht
Urt. v. 09.08.2011, Az.: 9 AZR 425/10
Gericht: BAG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 09.08.2011
Referenz: JurionRS 2011, 29632
Aktenzeichen: 9 AZR 425/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

ArbG Aachen - 08.12.2009 - AZ: 4 Ca 2559/09

LAG Köln - 18.05.2010 - AZ: 12 Sa 38/10

Fundstellen:

AA 2012, 62-63

ArbR 2011, 457

ArbRB 2011, 257

ArbRB 2012, 3-4

AuA 2012, 487

AuR 2011, 373

AuR 2012, 43

AUR 2011, 373

AUR 2012, 43

BB 2011, 2035 (Pressemitteilung)

BB 2011, 3124

BB 2012, 841-843

BB 2012, 1420

BB 2012, 1345-1346

DB 2012, 56-58

DStR 2011, 2105-2106

EzA-SD 17/2011, 5-6 (Pressemitteilung)

EzA-SD 25/2011, 9-10

FA 2011, 318 (Pressemitteilung)

FA 2012, 47

FA 2012, 61-62

GmbHR 2011, 266-267

MDR 2011, 11

NJ 2011, 9

NJW-Spezial 2012, 19 "Erholungsurlaub III"

NWB 2011, 2769-2770

NWB direkt 2011, 890-891

NZA 2011, 12

NZA 2012, 29-31

PERSONALmagazin 2011, 70

PersR 2012, 51

schnellbrief 2011, 8

StuB 2011, 968

StX 2011, 575

ZInsO 2012, 100 (Pressemitteilung)

ZIP 2011, 5-6

ZMV 2011, 299

ZTR 2011, 540

ZTR 2012, 175-176

Orientierungssatz:

  1. 1.

    Geht der aus dem Vorjahr übertragene Urlaubsanspruch nach Ablauf des Übertragungszeitraums nicht unter, weil der Arbeitnehmer wegen andauernder krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit gehindert war, den Urlaub in Anspruch zu nehmen, teilt er das rechtliche Schicksal des Urlaubsanspruchs, den der Arbeitnehmer zu Beginn des aktuellen Urlaubsjahres erworben hat. Er unterliegt keinem längeren Fristenregime als der zu Beginn des neuen Urlaubsjahres entstandene Urlaubsanspruch.

  2. 2.

    Der übertragene Urlaubsanspruch eines Arbeitnehmers, der krankheitsbedingt arbeitsunfähig war, erlischt, wenn der Arbeitnehmer nach Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit nicht gehindert war, im laufenden Urlaubsjahr seinen Urlaub zu nehmen (§ 7 Abs. 3 Satz 1 BUrIG).

In Sachen Kläger, Berufungskläger und Revisionskläger, pp. Beklagte, Berufungsbeklagte und Revisionsbeklagte, hat der Neunte Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der Beratung vom 9. August 2011 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht Prof. Düwell, die Richter am Bundesarbeitsgericht Krasshöfer und Dr. Suckow sowie die ehrenamtlichen Richter Schmid und Müller für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln vom 18. Mai 2010 -12 Sa 38/10 - wird zurückgewiesen.

Der Kläger hat die Kosten des Revisionsverfahrens zu tragen.

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