BAG, 07.04.2011 - 8 AZR 679/09 - Entschädigungsanspruch eines schwerbehinderten Bewerbers; Zulässigkeit eines Anforderungsprofils (Abschlussnote der Berufsausbildung)

Bundesarbeitsgericht
Urt. v. 07.04.2011, Az.: 8 AZR 679/09
Gericht: BAG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 07.04.2011
Referenz: JurionRS 2011, 18324
Aktenzeichen: 8 AZR 679/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LAG Saarland - 03.12.2008 - AZ: 1 Sa 71/08

ArbG Saarbrücken - 10.06.2008 - AZ: 65 Ca 2/08

Fundstellen:

ArbR 2011, 405

ArbRB 2011, 263

BB 2011, 2164

br 2012, 184

DB 2011, 1983

EzA-SD 14/2011, 18

FA 2011, 283

FStBay 2012, 569-574

NZA 2011, 1184

NZA-RR 2011, 494-498

PersR 2011, 434-438

RdW 2011, 659-662

RiA 2012, 109

schnellbrief 2011, 2-3

ZAP 2011, 1134

ZAP EN-Nr. 726/2011

Redaktioneller Leitsatz:

1. Gemäß § 3 Abs. 1 Satz 1 AGG liegt eine unmittelbare Benachteiligung vor, wenn ein Beschäftigter wegen eines in § 1 genannten Grundes - zu denen auch eine Behinderung zählt - eine weniger günstige Behandlung erfährt, als eine andere Person in einer vergleichbaren Situation erfährt, erfahren hat oder erfahren würde.

2. Die ungünstigere Behandlung eines Bewerbers erfolgt jedenfalls dann in keiner vergleichbaren Situation iSd. § 3 Abs. 1 Satz 1 AGG, wenn der Bewerber die in der Stellenausschreibung geforderte Abschlussnote der Berufsausbildung nicht erzielt hat und dem Arbeitgeber die Festsetzung des Erfordernisses einer bestimmten Ausbildungsnote in der Stellenausschreibung nicht verwehrt war.

In Sachen

Kläger, Berufungskläger und Revisionskläger,

pp.

Beklagte, Berufungsbeklagte und Revisionsbeklagte,

hat der Achte Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 7. April 2011 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht Hauck, die Richter am Bundesarbeitsgericht Böck und Breinlinger sowie die ehrenamtlichen Richter Warnke und Dr. Mallmann für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Saarland vom 3. Dezember 2008 - 1 Sa 71/08 - wird zurückgewiesen.

Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kläger zu tragen.

Von Rechts wegen!

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