Anlage 9 WeinV, Prüfungsantrag/Sinnenprüfung

Anlage 9 WeinV
Weinverordnung 
Bundesrecht

Anhangteil

Titel: Weinverordnung 
Normgeber: Bund
Redaktionelle Abkürzung: WeinV
Gliederungs-Nr.: 2125-5-7-1
Normtyp: Rechtsverordnung

Anlage 9
(zu § 22 Absatz 1 und § 24 Absatz 1)

A b s c h n i t t   I .
E r f o r d e r l i c h e  A n g a b e n

Der Antrag auf Zuteilung einer Prüfungsnummer nach den §§ 19 und 20 des Weingesetzes muss mindestens folgende Angaben enthalten:

  1. 1.

    Prüfungsbehörde,

  2. 2.

    beantragte Prüfungsnummer,

  3. 3.

    Antragsteller:

    Name/Firma,

    Postleitzahl, Ort,

  4. 4.

    beantragte Bezeichnung des Erzeugnisses:

    Jahrgang,

    bestimmtes Anbaugebiet,

    Gemeinde oder Ortsteil,

    Lage oder Bereich,

    Weinart,

    Rebsorte(n),

    beantragte Bezeichnung "Classic",

    beantragte Bezeichnung "Selection",

    beantragte Qualitätsbezeichnung,

    bei Sekt b.A.: Gärverfahren und Beginn der Lagerzeit,

  5. 5.

    Zusammensetzung des Erzeugnisses:

    natürlicher Alkoholgehalt (%vol oder Grad Oe),

    Verschnittanteile,

    Art und Ausmaß der Anreicherung,

    bei Qualitätswein, Prädikatswein, Qualitätsperlwein b.A.: Anteil und Ausmaß der Süßung,

  6. 6.

    weitere Angaben:

    Wein-Nummer,

    Gesamtmenge der Wein-Nummer,

    abgefüllte Menge der Wein-Nummer,

    Abfülldatum,

    wurde eine Prüfung schon einmal beantragt?

    wenn ja, unter welcher Antragsnummer?

  7. 7.

    (weggefallen)

A b s c h n i t t   I I .
B e w e r t u n g  d e r  S i n n e n p r ü f u n g

  1. 1.

    Sensorische Vorbedingungen

    Die nachfolgenden Vorbedingungen werden auf JA/NEIN-Entscheidung geprüft (zu den Buchstaben a bis e, ob "typisch für"); dabei bedeutet NEIN den Ausschluss von der weiteren Prüfung:

    1. a)

      bestimmtes Anbaugebiet bzw. Bereich,

    2. b)

      Prädikat; wenn nicht für das beantragte aber für ein anderes Prädikat typisch, kann der Wein für dieses zugelassen werden,

    3. c)

      Rebsorte; wenn angegeben aber nicht typisch, kann das Erzeugnis ohne Rebsortenangabe zugelassen werden,

    4. d)

      Farbe,

    5. e)

      Klarheit,

    6. f)

      Mousseux im Falle von Schaumwein und Perlwein.

  2. 2.

    Sensorische Prüfmerkmale und Qualitätszahl

    1. a)

      Punkteskala

      PunkteIntervalleQualitätsbeschreibung
      54,50 - 5,00hervorragend
      43,50 - 4,49sehr gut
      32,50 - 3,49gut
      21,50 - 2,49zufriedenstellend
      10,50 - 1,49nicht zufriedenstellend
      0 keine Bewertung, das heißt Ausschluss des Erzeugnisses
    2. b)

      Sensorische Prüfmerkmale und Möglichkeiten der Punktvergabe

      PrüfmerkmalMöglichkeiten der Punktvergabe
        
      Geruch5,04,54,03,53,02,52,01,51,00,50
      Geschmack5,04,54,03,53,02,52,01,51,00,50
      Harmonie5,04,54,03,53,02,52,01,51,00,50

      Harmonie ist das Zusammenwirken von Geruch, Geschmack und sensorischen Vorbedingungen. Ihre Bewertung darf gegenüber Geruch und Geschmack um höchstens 1,0 Punkt nach oben abweichen. Sind Geruch und Geschmack unterschiedlich bewertet, so gilt jeweils die höhere Punktzahl. Jedes Prüfmerkmal ist einzeln zu bewerten und seine Punktzahl niederzuschreiben. Nach Bewertung aller Prüfmerkmale dürfen die niedergeschriebenen Punktzahlen noch korrigiert werden. Alle Prüfmerkmale sind gleich wichtig (jeweils Gewichtungsfaktor 1).

    3. c)

      Mindestpunktzahlen und Qualitätszahl

      Die Mindestpunktzahl für jedes einzelne Prüfmerkmal ist 1,5. Die durch 3 geteilte Summe der für Geruch, Geschmack und Harmonie erteilten Punkte ergibt die Qualitätszahl. Die Qualitätszahl muss für alle Erzeugnisse mindestens 1,50 betragen.

Diese Artikel im Bereich Staat und Verwaltung könnten Sie interessieren

Schornsteinfeger filmen bringt nicht immer Glück

Schornsteinfeger filmen bringt nicht immer Glück

Stress um die Feuerstättenschau: Immer wieder verweigern Grundstücksbesitzer dem Bezirksschornsteinfeger den Zugang zum Gebäude. Das Verwaltungsgericht Berlin stellte fest, dass auch ein „nur wenn… mehr

Anders als im Verfahren der vorzeitigen Ruhestandsversetzung kennt das Dienstunfallrecht keinen Vorbehalt eines amts- oder polizeiärztlichen Gutachtens

Anders als im Verfahren der vorzeitigen Ruhestandsversetzung kennt das Dienstunfallrecht keinen Vorbehalt eines amts- oder polizeiärztlichen Gutachtens

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat in einem Verfahren um die Anerkennung von Unfallfolgen entschieden, dass anders als im Verfahren der vorzeitigen Ruhestandsversetzung das Dienstunfallrecht… mehr

Ein amtsärztliches Gutachten muss im Zurruhesetzungsverfahren bei dynamischen Krankheitsverlauf aktuell sein

Ein amtsärztliches Gutachten muss im Zurruhesetzungsverfahren bei dynamischen Krankheitsverlauf aktuell sein

Das Verwaltungsgericht Postdam hat in einem Zurruhesetzungsverfahren gegenüber einer Lehrerin entschieden, dass eine Zurruhesetzungsverfügung sich nicht mehr auf ein 12 bzw. 11 Monate altes Gutachten… mehr