Anlage 4 SächsBhVO, Höchstbeträge für die Angemessenheit der Aufwendungen für Heilbehandlungen und Voraussetzungen für bestimmte Heilbehandlungen

Anlage 4 SächsBhVO
Verordnung der Sächsischen Staatsregierung über die Gewährung von Beihilfe in Krankheits-, Pflege-, Geburts- und Todesfällen (Sächsische Beihilfeverordnung - SächsBhVO)
Landesrecht Sachsen
Titel: Verordnung der Sächsischen Staatsregierung über die Gewährung von Beihilfe in Krankheits-, Pflege-, Geburts- und Todesfällen (Sächsische Beihilfeverordnung - SächsBhVO)
Normgeber: Sachsen
Amtliche Abkürzung: SächsBhVO
Referenz: 240-2.28/3
Abschnitt: Anhangteil
 

(zu § 9 Nr. 3 Satz 4)

1.

laufende NummerLeistungbeihilfefähiger
Höchstbetrag in EUR
I. Inhalationen 1)
1Inhalationstherapie, auch mittels Ultraschallvernebelung, als Einzelinhalation6,70
2a)Inhalationstherapie, auch mittels Ultraschallvernebelung, als Rauminhalation in einer Gruppe, je Teilnehmer3,60
 b)Inhalationstherapie, auch mittels Ultraschallvernebelung, als Rauminhalation in einer Gruppe, jedoch bei Anwendung ortsgebundener Heilwässer, je Teilnehmer5,70
3a)Radon-Inhalation im Stollen11,30
 b)Radon-Inhalation mittels Hauben13,80
II. Krankengymnastik, Bewegungsübungen
4Krankengymnastische Behandlung 2) (auch auf neurophysiologischer Grundlage, Atemtherapie) als Einzelbehandlung, einschließlich der erforderlichen Massage19,50
5Krankengymnastische Behandlung 2)  3) auf neurophysiologischer Grundlage bei nach Abschluss der Hirnreife erworbenen zentralen Bewegungsstörungen als Einzelbehandlung, Mindestbehandlungsdauer 30 Minuten23,10
6Krankengymnastische Behandlung 2)  5) auf neurophysiologischer Grundlage bei angeborenen oder frühkindlich erworbenen zentralen Bewegungsstörungen als Einzelbehandlung bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres, Mindestbehandlungsdauer 45 Minuten34,30
7Krankengymnastik in einer Gruppe (2 bis 8 Personen) - auch orthopädisches Turnen -, je Teilnehmer6,20
8Krankengymnastik in einer Gruppe 4) bei zerebralen Dysfunktionen (2 bis 4 Personen), Mindestbehandlungsdauer 45 Minuten, je Teilnehmer10,80
9a)Krankengymnastik (Atemtherapie) bei Behandlung von Mukoviszidose als Einzelbehandlung, Mindestbehandlungsdauer 45 Minuten34,30
 b)Krankengymnastik (Atemtherapie) in einer Gruppe (2 bis 5 Personen) bei Behandlung schwerer Bronchialerkrankungen, Mindestbehandlungsdauer 45 Minuten, je Teilnehmer10,80
10Bewegungsübungen 2) 7,70
11a)Krankengymnastische Behandlung/Bewegungsübungen im Bewegungsbad als Einzelbehandlung, einschließlich der erforderlichen Nachruhe23,60
 b)Krankengymnastik/Bewegungsübungen in einer Gruppe im Bewegungsbad (bis 5 Personen), je Teilnehmer, einschließlich der erforderlichen Nachruhe11,80
12Manuelle Therapie zur Behandlung von Gelenkblockierungen 6), Mindestbehandlungsdauer 30 Minuten22,50
13Chirogymnastik 7) einschließlich der erforderlichen Nachruhe14,40
14Erweiterte ambulante Physiotherapie 10)  11) Mindestbehandlungsdauer 120 Minuten, je Behandlungstag81,90
15Gerätegestützte Krankengymnastik (einschließlich Medizinisches Aufbautraining (MAT) oder Medizinische Trainingstherapie (MTT) 12)  
 Je Sitzung für eine parallele Einzelbehandlung (bis zu 3 Personen Mindestbehandlungsdauer 60 Minuten)35,00
16Extensionsbehandlung (zum Beispiel Glissonschlinge)5,20
17Extensionsbehandlung mit größeren Apparaten (zum Beispiel Schrägbrett, Extensionstisch, Perl'sches Gerät, Schlingentisch)6,70
III. Massagen
18Massagen einzelner oder mehrerer Körperteile, auch Spezialmassagen (Bindegewebs-, Reflexzonen-, Segment-, Periost-, Bürsten- und Colonmassage) 2) 13,80
19Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder 7)  
 a)Teilbehandlung, mindestens 30 Minuten19,50
 b)Großbehandlung, mindestens 45 Minuten29,20
 c)Ganzbehandlung, mindestens 60 Minuten39,00
 d)Kompressionsbandagierung einer Extremität 8) 8,70
20Unterwasserdruckstrahlmassage bei einem Wanneninhalt von mindestens 600 Litern und einer Aggregatleistung von mindestens 200 l/min sowie mit Druck- und Temperaturmesseinrichtung, einschließlich der erforderlichen Nachruhe23,10
IV. Packungen, Hydrotherapie, Bäder
21Heiße Rolle, einschließlich der erforderlichen Nachruhe10,30
22a)Warmpackung eines oder mehrerer Körperteile, einschließlich der erforderlichen Nachruhe 
  aa)bei Anwendung wieder verwendbarer Packungsmaterialien (zum Beispiel Paraffin, Fango-Paraffin, Moor-Paraffin, Pelose, Turbatherm)11,80
  bb)bei Anwendung einmal verwendbarer natürlicher Peloide (Heilerde, Moor, Naturfango, Pelose, Schlamm, Schlick) ohne Verwendung von Folie oder Vlies zwischen Haut und Peloid 
   aaa)Teilpackung20,50
   bbb)Großpackung28,20
 b)Schwitzpackung (zum Beispiel spanischer Mantel, Salzhemd, Dreiviertelpackung nach Kneipp), einschließlich der erforderlichen Nachruhe14,90
 c)Kaltpackung (Teilpackung) 
  aa)Anwendung von Lehm, Quark o. Ä.7,70
  bb)Anwendung einmal verwendbarer Peloide (Heilerde, Moor, Naturfango, Pelose, Schlamm, Schlick) ohne Verwendung von Folie oder Vlies zwischen Haut und Peloid15,40
 d)Heublumensack, Peloidkompresse9,20
 e)Wickel, Auflagen, Kompressen und ähnliches, auch mit Zusatz4,60
 f)Trockenpackung3,10
23a)Teilguss, Teilblitzguss, Wechselteilguss3,10
 b)Vollguss, Vollblitzguss, Wechselvollguss4,60
 c)Abklatschung, Abreibung, Abwaschung4,10
24a)An- oder absteigendes Teilbad (zum Beispiel Hauffe), einschließlich der erforderlichen Nachruhe12,30
 b)An- oder absteigendes Vollbad (Überwärmungsbad), einschließlich der erforderlichen Nachruhe20,00
25a)Wechsel-Teilbad, einschließlich der erforderlichen Nachruhe9,20
 b)Wechsel-Vollbad, einschließlich der erforderlichen Nachruhe13,30
26Bürstenmassagebad, einschließlich der erforderlichen Nachruhe19,00
27a)Naturmoor-Halbbad, einschließlich der erforderlichen Nachruhe32,80
 b)Naturmoor-Vollbad, einschließlich der erforderlichen Nachruhe39,90
28Sandbäder, einschließlich der erforderlichen Nachruhe 
 a)Teilbad28,70
 b)Vollbad32,80
29Sole-Foto-Therapie 
 Behandlung großflächiger Hauterkrankungen mit Balneo-Fototherapie (Einzelbad in Sole kombiniert mit UV-A/UV-B-Bestrahlung, einschließlich Nachfetten) und Licht-Öl-Bad, einschließlich der erforderlichen Nachruhe32,80
30Medizinische Bäder mit Zusätzen 
 a)Teilbad (Hand-, Fußbad) mit Zusatz, zum Beispiel vegetabilische Extrakte, ätherische Öle, spezielle Emulsionen, mineralische huminsäurehaltige und salizylsäurehaltige Zusätze6,70
 b)Sitzbad mit Zusatz, einschließlich der erforderlichen Nachruhe13,30
 c)Vollbad, Halbbad mit Zusatz, einschließlich der erforderlichen Nachruhe18,50
 d)Weitere Zusätze, je Zusatz3,10
31Gashaltige Bäder 
 a)Gashaltiges Bad (zum Beispiel Kohlensäurebad, Sauerstoffbad), einschließlich der erforderlichen Nachruhe19,50
 b)Gashaltiges Bad mit Zusatz, einschließlich der erforderlichen Nachruhe22,50
 c)Kohlendioxidgasbad (Kohlensäuregasbad), einschließlich der erforderlichen Nachruhe21,00
 d)Radon-Bad, einschließlich der erforderlichen Nachruhe18,50
 e)Radon-Zusatz, je 500.000 Millistat3,10
Aufwendungen für andere als die in diesem Abschnitt bezeichneten Bäder sind nicht beihilfefähig. Bei Teil-, Sitz- und Vollbädern mit ortsgebundenen natürlichen Heilwässern erhöhen sich die jeweiligen unter den Nummern 30 Buchst. a bis c und 31 Buchst. b angegebenen beihilfefähigen Höchstbeträge um bis zu 3,10 EUR. Zusätze hierzu sind nach Maßgabe der Nummer 30 Buchst. d beihilfefähig
V. Kälte- und Wärmebehandlung
32a)Eisanwendung, Kältebehandlung (zum Beispiel Kompresse, Eisbeutel, direkte Abreibung)9,80
 b)Eisanwendung, Kältebehandlung (zum Beispiel Kaltgas, Kaltluft) großer Gelenke6,70
33Eisteilbad9,80
34Heißluftbehandlung 9) oder Wärmeanwendung (Glühlicht, Strahler, auch Infrarot) eines oder mehrerer Körperteile5,70
VI. Elektrotherapie
35Ultraschallbehandlung, auch Phonophorese6,20
36Behandlung eines oder mehrerer Körperabschnitte mit hochfrequenten Strömen (Kurz-, Dezimeter- oder Mikrowellen)6,20
37Behandlung eines oder mehrerer Körperabschnitte mit niederfrequenten Strömen (zum Beispiel Reizstrom, diadynamischer Strom, Interferenzstrom, Galvanisation)6,20
38Gezielte Niederfrequenzbehandlung, Elektrogymnastik, bei spastischen oder schlaffen Lähmungen11,80
39Iontophorese6,20
40Zwei- oder Vierzellenbad11,30
41Hydroelektrisches Vollbad (zum Beispiel Stangerbad), auch mit Zusatz, einschließlich der erforderlichen Nachruhe22,00
VII. Lichttherapie
42Behandlung mit Ultraviolettlicht 9)  
 a)als Einzelbehandlung3,10
 b)in einer Gruppe, je Teilnehmer2,60
43a)Reizbehandlung 9) eines umschriebenen Hautbezirkes mit Ultraviolettlicht3,10
 b)Reizbehandlung 9) mehrerer umschriebener Hautbezirke mit Ultraviolettlicht5,20
44Quarzlampendruckbestrahlung eines Feldes6,20
45Quarzlampendruckbestrahlung mehrerer Felder8,70
VIII. Logopädie
46a)Erstgespräch mit Behandlungsplanung und -besprechungen, einmal je Behandlungsfall31,70
 b)Standardisierte Verfahren zur Behandlungsplanung einschließlich Auswertung, nur auf spezielle ärztliche Verordnung bei Verdacht auf zentrale Sprachstörungen, einmal je Behandlungsfall49,60
 c)Ausführlicher Bericht11,80
47Einzelbehandlung bei Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen 
 a)Mindestbehandlungsdauer 30 Minuten31,70
 b)Mindestbehandlungsdauer 45 Minuten41,50
 c)Mindestbehandlungsdauer 60 Minuten52,20
48Gruppenbehandlung bei Sprech-, Sprach- und Stimmstörungen mit Beratung des Patienten und gegebenenfalls der Eltern, je Teilnehmer 
 a)Kindergruppe, Mindestbehandlungsdauer 30 Minuten14,90
 b)Erwachsenengruppe, Mindestbehandlungsdauer 45 Minuten17,40
IX. Beschäftigungstherapie (Ergotherapie)
49Funktionsanalyse und Erstgespräch, einschließlich Beratung und Behandlungsplanung, einmal je Behandlungsfall31,70
50Einzelbehandlung 
 a)bei motorischen Störungen, Mindestbehandlungsdauer 30 Minuten31,70
 b)bei sensomotorischen/perzeptiven Störungen, Mindestbehandlungsdauer 45 Minuten41,50
 c)bei psychischen Störungen, Mindestbehandlungsdauer 60 Minuten54,80
51Hirnleistungstraining als Einzelbehandlung, Mindestbehandlungsdauer 30 Minuten31,70
52Gruppenbehandlung 
 a)Mindestbehandlungsdauer 45 Minuten, je Teilnehmer14,40
 b)bei psychischen Störungen, Mindestbehandlungsdauer 90 Minuten, je Teilnehmer28,70
X. Podologische Therapie
53Hornhautabtragung an beiden Füßen14,50
54Hornhautabtragung an einem Fuß8,70
55Nagelbearbeitung an beiden Füßen13,05
56Nagelbearbeitung an einem Fuß7,25
57Podologische Komplexbehandlung an beiden Füßen (Hornhautabtragung und Nagelbehandlung)26,10
58Podologische Komplexbehandlung an einem Fuß (Hornhautabtragung und Nagelbehandlung)14,50
59Zuschlag bei ärztlich verordnetem Hausbesuch7,00
60Besuch mehrerer Patienten derselben sozialen Gemeinschaft (zum Beispiel Altenheim) in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang (nicht zusammen mit der Nummer 59 abrechenbar), je Person3,50
XI. Sonstiges
61Ärztlich verordneter Hausbesuch9,20
62Fahrkosten (nur bei ärztlich verordnetem Hausbesuch) bei Benutzung eines Kraftfahrzeuges in Höhe von 0,30 EUR je Kilometer oder ansonsten die niedrigsten Kosten des regelmäßig verkehrenden Beförderungsmittels
Bei Besuchen mehrerer Patienten auf demselben Weg sind die Nummern 61 und 62 nur anteilig je Patient ansetzbar.
 

2.
Erweiterte ambulante Physiotherapie (EAP)

  1. a)

    Leistungen der EAP sind nur bei Vorliegen der folgenden Indikationen beihilfefähig:

    1. aa)

      Wirbelsäulensyndrome mit erheblicher Symptomatik bei

      1. aaa)

        frischem nachgewiesenem Bandscheibenvorfall (auch postoperativ) oder Protrusionen mit radikulärer, muskulärer und statischer Symptomatik,

      2. bbb)

        nachgewiesenen Spondylolysen und Spondylolisthesen mit radikulärer, muskulärer und statischer Symptomatik,

      3. ccc)

        instabile Wirbelsäulenverletzungen im Rahmen der konservativen oder postoperativen Behandlung mit muskulärem Defizit und Fehlstatik,

      4. ddd)

        lockerer korrigierbarer thorakaler Scheuermann-Kyphose > 50° nach Cobb,

    2. bb)

      Operation am Skelettsystem

      1. aaa)

        posttraumatische Osteosynthesen,

      2. bbb)

        Osteotomien der großen Röhrenknochen,

    3. cc)

      Prothetischer Gelenkersatz bei Bewegungseinschränkungen oder muskulärem Defizit

      1. aaa)

        Schulterprothesen,

      2. bbb)

        Knieendoprothesen,

      3. ccc)

        Hüftendoprothesen,

    4. dd)

      Operativ oder konservativ behandelte Gelenkerkrankungen (einschließlich Instabilitäten)

      1. aaa)

        Kniebandrupturen (Ausnahme isoliertes Innenband),

      2. bbb)

        Schultergelenkläsionen, insbesondere nach

        1. (1)

          operativ versorgter Bankard-Läsion,

        2. (2)

          Rotatorenmanschettenruptur,

        3. (3)

          schwerer Schultersteife (frozen shoulder),

        4. (4)

          Impingement-Syndrom,

        5. (5)

          Schultergelenkluxation,

        6. (6)

          tendinosis calcarea,

        7. (7)

          periathritis humero-scapularis (PHS),

      3. ccc)

        Achillessehnenrupturen und Achillessehnenabriss,

    5. ee)

      Amputationen.

  2. b)

    Eine Verlängerung der EAP erfordert eine erneute ärztliche Verordnung. Eine Bescheinigung der Therapieeinrichtung oder der bei dieser beschäftigten Ärzte reicht nicht aus. Nach Abschluss der EAP ist der Festsetzungsstelle die Therapiedokumentation zusammen mit der Rechnung vorzulegen.

  3. c)

    Die EAP umfasst je Behandlungstag mindestens folgende Leistungen:

    1. aa)

      krankengymnastische Einzeltherapie,

    2. bb)

      physikalische Therapie nach Bedarf,

    3. cc)

      medizinisches Aufbautraining,

    und bei Bedarf folgende zusätzliche Leistungen:

    1. dd)

      Lymphdrainage oder Massage oder Bindegewebsmassage,

    2. ee)

      Isokinetik,

    3. ff)

      Unterwassermassage.

  4. d)

    Die durchgeführten Leistungen sind durch den Patienten auf der Tagesdokumentation unter Angabe des Datums zu bestätigen.

  5. e)

    Die in Buchstabe c genannten zusätzlichen Leistungen sind mit dem Höchstbetrag nach der Nummer 1 Ziffer II Nr. 14 des Leistungsverzeichnisses abgegolten.

3.
Medizinisches Aufbautraining (MAT)

  1. a)

    Aufwendungen für ein MAT mit Sequenztrainingsgeräten zur Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule sind beihilfefähig, wenn

    1. aa)

      Therapieplanung und Ergebniskontrolle von einem Arzt der Therapieeinrichtung erfolgen und

    2. bb)

      jede einzelne therapeutische Sitzung unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt wird.

    Die Durchführung therapeutischer und diagnostischer Leistungsbestandteile ist teilweise an speziell geschultes medizinisches Personal delegationsfähig. Die Beihilfefähigkeit ist auf maximal achtzehn Sitzungen je Krankheitsfall begrenzt.

  2. b)

    Folgende Leistungen sind bis zum 2,3fachen der Einfachsätze des Gebührenverzeichnisses der GOÄ beihilfefähig:

    1. aa)

      Eingangsuntersuchung zur Medizinischen Trainingstherapie einschließlich biomechanischer Funktionsanalyse der Wirbelsäule, spezieller Schmerzanamnese und gegebenenfalls anderer funktionsbezogener Messverfahren sowie Dokumentation analog Nummer 842 des Gebührenverzeichnisses der GOÄ. Die Berechnung einer Kontrolluntersuchung analog Nummer 842 des Gebührenverzeichnisses der GOÄ ist nicht vor Abschluss der Behandlungsserie möglich.

    2. bb)

      Medizinische Trainingstherapie mit Sequenztraining einschließlich progressiv-dynamischem Muskeltraining mit speziellen Therapiemaschinen analog Nummer 846 des Gebührenverzeichnisses der GOÄ, zuzüglich zusätzlichem Geräte-Sequenztraining analog Nummer 558 des Gebührenverzeichnisses der GOÄ (je Sitzung) und begleitende krankengymnastische Übungen nach Nummer 506 des Gebührenverzeichnisses der GOÄ. Die Nummern 846 analog, 558 analog und 506 des Gebührenverzeichnisses der GOÄ sind pro Sitzung jeweils nur einmal berechnungsfähig.

  3. c)

    Werden die Leistungen von zugelassenen Leistungserbringern für Heilbehandlungen erbracht, richtet sich die Angemessenheit der Aufwendungen nach Nummer 1 Ziffer II Nummer 15 des oben angeführten Leistungsverzeichnisses.

  4. d)

    Fitness- und Kräftigungsmethoden, die nicht den Anforderungen des ärztlich geleiteten medizinischen Aufbautrainings entsprechen, sind nicht beihilfefähig, auch wenn sie an identischen Trainingsgeräten mit gesundheitsfördernder Zielsetzung durchgeführt werden.

4.
Aufwendungen der medizinischen Fußpflege durch Podologen sind nur bei der Diagnose "Diabetisches Fußsyndrom" beihilfefähig.

1)

Die für Inhalationen erforderlichen Stoffe (Arzneimittel) sind daneben gesondert beihilfefähig.

2)

Neben den Leistungen nach den Nummern 4 bis 6 sind Leistungen nach den Nummern 10 und 18 nur dann beihilfetähig, wenn sie aufgrund gesonderter Diagnosestellung und einer eigenständigen ärztlichen Verordnung erbracht werden.

3)

Darf nur nach besonderer Weiterbildung (zum Beispiel Bobath, Vojta, PNF) von mindestens 120 Stunden anerkannt werden.

4)

Darf nur nach einem abgeschlossenen Weiterbildungslehrgang (Psychomotorik) oder bei Nachweis gleichartiger Fortbildungskurse, Arbeitskreise und Ähnlichem sowie Erfahrungen in der Kinderbehandlung und Gruppentherapie anerkannt werden.

5)

Darf nur nach abgeschlossener besonderer Weiterbildung (Bobath, Vojta) von mindestens 300 Stunden anerkannt werden.

6)

Darf nur nach besonderer Weiterbildung für Manuelle Therapie von mindestens 260 Stunden anerkannt werden.

7)

Darf nur nach einer anerkannten speziellen Weiterbildung von mindestens 160 Stunden anerkannt werden.

8)

Das notwendige Bindenmaterial (zum Beispiel Mullbinden, Kurzzugbinden, Fließpolsterbinden) ist daneben beihilfefähig, wenn es besonders in Rechnung gestellt wird.

9)

Die Leistungen der Nummern 34, 42, 43 sind nicht nebeneinander beihilfefähig.

10)

Darf nur bei Durchführung von solchen Therapieeinrichtungen als beihilfefähig anerkannt werden, die durch die gesetzlichen Krankenkassen oder Berufsgenossenschaften zur ambulanten Rehabilitation/erweiterten ambulanten Physiotherapie zugelassen sind.

11)

Die Leistungen der Nummern 4 bis 45 sind daneben nicht beihilfefähig.

12)

Die Leistungen der Nummern 4 bis 6, 10, 12 und 18 sind daneben nur beihilfefähig, wenn sie aufgrund gesonderter Diagnosestellung und einer eigenständigen ärztlichen Verordnung erbracht werden.

(13) Red. Anm.:

Außer Kraft am 1. Januar 2013 durch § 66 der Verordnung vom 16. November 2012 (SächsGVBl. S. 626). Zur weiteren Anwendung s. § 65 der Verordnung vom 16. November 2012 (SächsGVBl. S. 626).

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