Adoption - Internationale

Rechtswörterbuch

 Normen 

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AdVermiStAnKoV

Art. 22 ff. EGBGB

 Information 

1. Allgemein

Adoption eines ausländischen Kindes.

In den folgenden Abkommen sind Vorgaben für eine Auslandsadoption geregelt. Ziel ist es, einen Missbrauch der Adoption zu vermeiden:

  • das Haager Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption

  • das Europäische Übereinkommen über die Adoption von Kindern

    Hinweis:

    Der Entwurf des "Gesetzes zu dem Europäischen Übereinkommen vom 27. November 2008 über die Adoption von Kindern" in der revidierten Fassung befindet sich im Gesetzgebungsverfahren.

  • die UN-Kinderrechtekonvention

  • die UN-Deklaration über Jugendwohlfahrt, Pflegekindschaft und Adoption

Das anwendbare Recht für Auslandsadoptionen bestimmt sich nach Art. 22 EGBGB:

  • Die Annahme als Kind unterliegt dem Recht des Staates, dem der Annehmende bei der Annahme angehört.

  • Die Annahme durch einen oder beide Ehegatten unterliegt dem Recht, das nach Art. 14 EGBGB für die allgemeinen Wirkungen der Ehe maßgebend ist.

  • Die Annahme als Kind durch einen Lebenspartner unterliegt demnach dem Recht, das für die allgemeinen Wirkungen der Lebenspartnerschaft maßgebend ist, nämlich dem Recht des Register führenden Staates.

2. Das Haager Übereinkommen

1993 wurde das Haager Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption geschlossen. Die Bundesrepublik Deutschland trat dem Abkommen 1997 bei. Die Regelungen sind grundsätzlich in den Art. 22 ff. EGBGB niedergelegt.

Ziel des adoptivrechtlichen Teils des Übereinkommens ist die Vereinfachung der internationalen Adoption und die Bekämpfung des Kinderhandels.

Die Zuständigkeiten und die praktische Ausführung einer internationalen Adoption sind im Adoptionsübereinkommens-Ausführungsgesetz geregelt. Bundeszentrale für Auslandsadoptionen ist das Bundesamt für Justiz, zentrale Adoptionsstellen sind bei den Landesjugendämtern eingerichtet.

Das Adoptionswirkungsgesetz bestimmt die rechtlichen Voraussetzungen einer Adoption, die auf einer ausländischen Entscheidung oder auf ausländischen Sachvorschriften beruht. Zuständig zur Feststellung der Adoption ist das Familiengericht, in dessen Bezirk der Annehmende seinen Wohnsitz hat (§ 187 FamFG).

Nach der Rechtsprechung OLG Hamm 12.08.2010 - I-15 Wx 20/10 ist es "für die Anerkennungsfähigkeit einer ausländischen Adoptionsentscheidung zwingend erforderlich, dass diese sich mit der Frage auseinander gesetzt hat, ob die konkrete Adoption dem Kindeswohl entspricht, ob also ein Adoptionsbedürfnis vorliegt, die Elterneignung der Annehmenden gegeben ist und eine Eltern-Kind-Beziehung bereits entstanden bzw. ihre Entstehung zu erwarten ist".

Internationale Adoptionsvermittlungsstellen bedürfen der Anerkennung der zentralen Vermittlungsstelle der jeweiligen Landesjugendämter. Die Adressen sind bei den Jugendämtern zu erfragen.

Bei der Adoption eines Kindes aus dem Ausland ist zudem zu beachten, dass die Adoptionsvermittlungsstellen eine Vermittlungsgebühr verlangen können, die 3.000,00 bis 5.000,00 EUR betragen kann. Daneben sind die Kosten des Adoptionsverfahrens (Dolmetscher, Reisekosten, Gerichtsgebühren) von den Adoptionseltern zu tragen und es wird die Zahlung einer Spende erwartet.

 Siehe auch 

OLG Düsseldorf 02.03.2012 - II-1 UF 120/10 (Rechtsfolgen unterbliebener Mitwirkung des Antragstellers im Verfahren zur Anerkennung einer ausländischen Adoptionsentscheidung)

https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/Buergerdienste/BZAA/BZAA_node.html (Bundeszentralstelle für Auslandsadoption)

http://www.adoption.de/info_link.htm#link_anerkannt (Anerkannte Adoptionsvermittlungsstellen)

Gerhardt/von Heintschel-Heinegg/Klein: Handbuch des Fachanwalts Familienrecht; 10. Auflage 2015

Roßmann: Taktik im familiengerichtlichen Verfahren; 3. Auflage 2013

Schulte-Bunert/Weinreich: FamFG Kommentar; 4. Auflage 2014

Schlauss: Die Anerkennung von Auslandsadoptionen in der vormundschaftsgerichtlichen Praxis; Zeitschrift für das gesamte Familienrecht - FamRZ 2007, 1699

Weitzel: Das Haager Adoptionsübereinkommen vom 29.05.1993; Neue Juristische Wochenschrift - NJW 2008, 186