§ 8a TPG, Entnahme von Knochenmark bei minderjährigen Personen

§ 8a TPG
Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben (Transplantationsgesetz - TPG) 
Bundesrecht

Abschnitt 3 – Entnahme von Organen und Geweben bei lebenden Spendern

Titel: Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben (Transplantationsgesetz - TPG) 
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TPG
Gliederungs-Nr.: 212-2
Normtyp: Gesetz

1Die Entnahme von Knochenmark bei einer minderjährigen Person zum Zwecke der Übertragung ist abweichend von § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchstabe a und b sowie Nr. 2 mit folgender Maßgabe zulässig:

  1. 1.

    Die Verwendung des Knochenmarks ist für Verwandte ersten Grades oder Geschwister der minderjährigen Person vorgesehen.

  2. 2.

    Die Übertragung des Knochenmarks auf den vorgesehenen Empfänger ist nach ärztlicher Beurteilung geeignet, bei ihm eine lebensbedrohende Krankheit zu heilen.

  3. 3.

    Ein geeigneter Spender nach § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 steht im Zeitpunkt der Entnahme des Knochenmarks nicht zur Verfügung.

  4. 4.

    1Der gesetzliche Vertreter ist entsprechend § 8 Abs. 2 aufgeklärt worden und hat in die Entnahme und die Verwendung des Knochenmarks eingewilligt. 2§ 1627 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist anzuwenden. 3Die minderjährige Person ist durch einen Arzt entsprechend § 8 Abs. 2 aufzuklären, soweit dies im Hinblick auf ihr Alter und ihre geistige Reife möglich ist. 4Lehnt die minderjährige Person die beabsichtigte Entnahme oder Verwendung ab oder bringt sie dies in sonstiger Weise zum Ausdruck, so ist dies zu beachten.

  5. 5.

    Ist die minderjährige Person in der Lage, Wesen, Bedeutung und Tragweite der Entnahme zu erkennen und ihren Willen hiernach auszurichten, so ist auch ihre Einwilligung erforderlich.

2Soll das Knochenmark der minderjährigen Person für Verwandte ersten Grades verwendet werden, hat der gesetzliche Vertreter dies dem Familiengericht unverzüglich anzuzeigen, um eine Entscheidung nach § 1629 Abs. 2 Satz 3 in Verbindung mit § 1796 des Bürgerlichen Gesetzbuchs herbeizuführen.

Zu § 8a: Vgl. RdSchr. 15 b.

Diese Artikel im Bereich Gesundheit und Arzthaftung könnten Sie interessieren

Rechtsanwalt für Zahnarzthaftungsrecht vertritt Patientensache

Rechtsanwalt für Zahnarzthaftungsrecht vertritt Patientensache

Dem Zahnarzt schenken Sie Vertrauen, aber dann passiert er doch, der ärztliche Behandlungsfehler. Scheuen Sie sich nicht davor, Schadenersatz zu fordern. Dabei hilft der Rechtsanwalt für… mehr

Unterkieferprotrusionsschiene erneut empfohlen

Unterkieferprotrusionsschiene erneut empfohlen

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) hat die S3-Leitlinie: Nichterholsamer Schlaf/Schlafstörungen-Kapitel „Schlafbezogene Atmungsstörungen“ überarbeitet. (14.03.20… mehr

Orthopädietechniker innerhalb einer Arztpraxis – „Orthopädietechniker“

Orthopädietechniker innerhalb einer Arztpraxis – „Orthopädietechniker“

Der BGH (Urteil v. 16.06.2016 - I ZR 46/15) hat sich in einer wettbewerbsrechtlichen Entscheidung (hier § 3a UWG) vom 16. Juni 2016 der bekannten Praxis der Sprechstunden in Arztpraxen… mehr