Mit Angst ins neue Schuljahr

Beitrag Nr. 186397 vom 02.09.2010

Über- oder Unterforderungen können ebenso Ursachen sein wie Mobbing, das sich nach den Beobachtungen von Experten erheblich ausweitet

Viele Kinder - so besagen die Erfahrungen im Schulpsychologischen Beratungszentrum Trier - starten mit Angst ins neue Schuljahr. Dabei ist nicht jede Aufregung oder Anspannung schlecht. Ein gewisses Ausmaß werten die Psychologen als normal, insbesondere bei Schul- oder Lehrerwechsel. Solche Situationen müssen und können Kinder im Allgemeinen gut bewältigen.

Ungesunde Angst vor dem Schulbeginn gehe aber häufig darauf zurück, dass das Kind im vergangenen Schuljahr unter hohem Leistungsdruck gestanden und Stress erlebt habe. Der Erwartungsdruck insbesondere der Eltern, einen hohen Schulabschluss zu machen, sei größer geworden.

Eltern wie Lehrer sollten daher auf Warnsignale achten, die auf eine Überforderung hindeuten. Das könnten aggressives Verhalten, Konzentrationsprobleme oder Schlafstörungen sein. Aber nicht nur Über-, sondern auch Unterforderung könnte Ursache dafür sein.

Den Kindern sollte von Seiten der Erwachsenen deutlich gemacht werden, dass Schule zwar wichtig, aber nur ein Teil des Lebens ist. Ziel müsse es sein, Kinder lebensfähig zu machen. Und dazu zähle nicht nur ein guter Schulabschluss, sondern auch eine reife Persönlichkeit.

Ursache von Schulangst könnte auch Mobbing sein, das sich in den vergangenen Jahren aus Sicht der Psychologen erheblich ausgeweitet habe. Immer mehr Kinder hätten Angst, mit ihren Klassenkameraden nicht mehr klar zu kommen oder ausgegrenzt zu werden. Blieben früher Sticheleien auf einen kleinen, engen Raum der realen sozialen Kontakte beschränkt, würden sie heute im Internet ausgetragen und seien allen zugänglich. Nicht nur Filme, auch bösartige Online-Gästebuch-Einträge gehörten zur Mobbing-Palette.

Mobbing-Opfer könne jedes Kind werden - Gute und Schlechte, Dicke und Dünne - und keine Schulform bleibe verschont. Für Eltern sei es nicht immer leicht zu durchschauen, was sich zwischen den Kindern abspielt. Sie sollten daher genau hinschauen, wenn sich das Verhalten ihres Kindes deutlich verändert.