Manko im Tourismus: Barrierefreiheit

Beitrag Nr. 186400 vom 02.09.2010

Immer mehr Menschen sind darauf beim Reisen angewiesen - nicht nur behinderte Menschen, sondern auch Ältere und Familien mit Kleinkindern

Touristische Angebote in Deutschland sind bisher kaum barrierefrei. Dies haben Forscher der Jade Hochschule festgestellt und auch gleich einen Grund dafür ausgemacht: Die Investitionen für das Beseitigen von Hindernissen werden oft gescheut.

Andererseits steigt das Bedürfnis nach Barrierefreiheit bei den Reisenden. Zu den Interessenten gehören nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch die steigende Anzahl älterer Reisender. Auch Familien mit Kleinkindern verzweifeln mitunter an unangenehmen Hindernissen in Hotels, Ferienwohnungen und in ihren Urlaubsorten.

Dass es anders geht, beweisen einige Anbietern mit schwellenlosen Räumen, Duschen ohne Beckenrand, sich selbst öffnenden Türen sowie Rezeptionen und Büffets, die auch Rollstuhlfahrer bequem erreichen können. Leider lauern dann jedoch oft Hindernisse, wenn das Hotel verlassen wird, beispielsweise hohe Bordsteinkanten oder unebene Pflasterung.

Die Reise-Experten haben berechnet, dass etwa 50 Prozent der Bevölkerung von einem barrierefreien Tourismus profitieren würde. Sie wollen daher jetzt untersuchen, welche bereits vorhandenen oder zukünftigen Erfolgspotenziale eines Tourismusortes durch barrierefreie Angebote auf welche Weise effektiv und zeitnah erschlossen werden können.