Urabstimmung über Streiks bei kommunalen Verkehrsbetrieben in Bayern
Beitrag Nr. 186788 vom 01.09.2010
Wie der Vorstand der dbb tarifunion am 26. August 2010 mitteilte, haben die Beschäftigten im bayerischen öffentlichen Nahverkehr im Zeitraum vom 01. bis zum 06. September 2010 die Möglichkeit, darüber zu entscheiden, ob sie ihren Forderungen u.a. nach zusätzlicher Bezahlung sog. geteilter Dienste durch Streiks Nachdruck verleihen wollen.
Nachdem die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am 20. August 2010 mit den Arbeitgebern der rund 6.500 Beschäftigten der kommunalen Verkehrsbetriebe in Bayern einen Tarifabschluss erzielt hatte, wonach u.a. die Gehälter der Bus-, Straßenbahn- und U-Bahn-Fahrer in zwei Schritten um insgesamt 3,5 Prozent angehoben werden sollten, hatte der gewerkschaftliche Dachverband dbb beamtenbund und tarifunion die Verhandlungen für gescheitert erklärt.
Willi Russ, kooptiertes Mitglied der dbb Bundesleitung, äußerte sich dahingehend, dass sich die Arbeitgeber in dem für den dbb zentralen Punkt der besseren Anrechnung von Vorbereitungs-, Wege- und Präsenzzeiten beim Fahrpersonal nicht bewegt hätten. Eine Lohnerhöhung allein könne nicht den Verlust an Lebensqualität kompensieren, der mit den bestehenden Arbeitszeitregelungen einhergehe. Von daher seien Streiks nicht mehr zu vermeiden, sollten die Arbeitgeber kein Entgegenkommen zeigen. "Wir sind jederzeit gesprächsbereit", betonte Russ, "es liegt jetzt bei den Arbeitgebern, den Bürgerinnen und Bürgern massive Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr zu ersparen."
Der dbb rechnet damit, dass die Urabstimmung zu einem Streik führen wird. Auch werden Arbeitsniederlegungen während des Münchner Oktoberfestes nicht ausgeschlossen.
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