Solarworld AG: Gibt es Liquiditätsschwierigkeiten beim deutschen Photovoltaikhersteller?

Fachartikel aus dem Bereich Aktien, Fonds und Anlegerschutz - 21.09.2016 - 309 mal gelesen.
Handelsaussetzung der Anleihen: Was könnte das nun für die Anleger des Konzerns bedeuten?
Solarworld AG: Gibt es Liquiditätsschwierigkeiten beim deutschen Photovoltaikhersteller?

Vor einigen Monaten hat ein US-Gericht, im Rechtsstreit gegen die Solarworld AG, der Schadensersatzforderung von Hemlock in Höhe von etwa 800 Mio. US-Dollar stattgegeben. Das Bonner Unternehmen plant zwar den Rechtsweg auszuschöpfen, allerdings kommt nach dem existenzgefährdenden Urteil für die Anleger nun der nächste Schlag. Wie jetzt bekannt wurde, sollen die beiden Anleihen von Solarworld vom Handel ausgesetzt werden, das bedeutet für die Anleger, dass die Zinsauszahlung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen soll. Die beiden Anleihen (WKN: A1YDDX/ WKN: A1YCN1) wurden im Februar 2014 emittiert und sind mit fünfjähriger Laufzeit 2019 fällig. Bislang wird neben der Zinsstundung auch die Nennwerterhöhung als Grund für die Handelsaussetzung genannt. Allerdings stellt sich die Frage, ob Solarworld eventuell mit Liquiditätsschwierigkeiten kämpfen könnte.

Die 1998 gegründete Solarworld AG ist ein international agierendes Unternehmen aus Bonn, das auf Solarstromtechnologien spezialisiert ist. Als zu Anfang gefeierter „Star am Börsenhimmel“, erwischte es auch Solarworld im Jahr 2012. Die Überkapazität auf dem internationalen Markt sowie der Preisverfall sorgten für Miese, sodass Anleger weitere Investitionen zur Rettung des Unternehmens tätigten. Die Talfahrt im besagten Jahr kostete Solarworld etwa 69 Millionen Euro. Die Aktionäre konnten durch einen Kapitalverzicht das Unternehmen vor dem Untergang retten. Seit 2013 befindet sich das Bonner Solarstromtechnologieunternehmen nun im Rechtsstreit mit dem Siliziumhersteller Hemlock. Solarworld wurde auf etwa 800 Mio. US-Dollar verklagt. Das deutsche Photovoltaikkonzern hätte die 2005 abgeschlossenen Lieferverträge nicht eingehalten. Die Forderung in Millionenhöhe von Hemlock könnte deshalb erneut für einen tiefen Einschnitt im Unternehmen sorgen. Die Kapitalhöhe könnte den Betrag kaum decken. Weiterhin werden die Aktionäre einem erneuten Schuldenschnitt wohl kaum zustimmen, sodass Solarworld im schlimmsten Fall, bei erfolgloser Berufung, die Pleite drohen könnte. Das Gericht entscheidet allein und ohne die Einbindung einer Jury – dies kommt oftmals vor, wenn die Beweislage nahezu eindeutig ist und die nötigen Argumente für ein schnelleres Verfahren vorliegen.

Möglichkeiten für Betroffene aus Prospekthaftung und Vermittlerhaftung
Anleger sollten zeitig reagieren und anwaltlichen Rat hinzuziehen um mögliche Schadensersatzansprüche prüfen zu lassen und weitere rechtliche Möglichkeiten auszuschöpfen. Ansprüche auf Schadensersatz können insbesondere im Zuge der Prospekt- und Vermittlerhaftung in Betracht kommen.

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