Inkasso und Mahnbescheid - Wie verhalte ich mich richtig

Fachartikel aus dem Bereich Kauf und Leasing - 02.02.2009 - 5.758 mal gelesen, 1 mal kommentiert.
Inkasso und Mahnbescheid - Wie verhalte ich mich richtig
Erst die Mahnung, dann der Mahnbescheid. Wie soll man sich am besten verhalten, um Kosten und Unannehmlichkeiten zu vermeiden? Wenn man eine Mahnung erhalten hat, sollte man diese auf keinen Fall ignorieren, sonern als erstes prüfen, ob die Forderung überhaupt berechtigt ist und man bislang nur vergessen hat, sie zu begleichen oder ob die Zahlungsaufforderung vielleicht unberechtigt ist. Wenn die Zahlungsaufforderung zu unrecht versandt wurde, z.B. weil der Betrag bereits beglichen wurde, sollten dieser Umstand mindestens einmal deutlich der Gegenseite mitgeteilt werden und die Gründe hierfür genannt werden. Sollte die Gegenseite weiter auf die Zahlung der Forderung bestehen, haben Sie alles erforderliche getan, um das Missverständnis aufzuklären und müssen für weitere Kosten, die die Gegenseite unberechtigt zur Geltendmachung der Forderung verursacht, nicht mehr einstehen.
Ist die Mahnung hingegen berechtigt, nur der Betrag kann im Moment nicht bezahlt werden, sollte man dennoch mit der Gegenseite Kontakt aufnehmen, um weitere kostenauslösenden Maßnahmen zu vermeiden und vielleicht eine Ratenzahlung zu vereinbaren oder um eine Stundung der Forderung zu bitten.
Erhält man ein Schreiben eines Inkassounternehmens, dann bedeutet dies, dass der Gläubiger die Eintreibung und Vollstreckung der Forderung nicht selbst verwaltet, sondern sich hierfür eines Dienstleisters bedient. Inkassounternehmen machen gewerbsmäßig offene Forderungen für andere geltend. Hierfür fallen Bearbeitungsgebühren an, die auf den Schuldner umgelegt werden. Auch hier gilt, sich auf jeden Fall mit dem Inkassounternehmen in Verbindung zu setzen, um den Sachverhalt aufzuklären und weitere Kosten möglichst zu vermeiden.
Erhält man einen gerichtlichen Mahnbescheid, kann man hiergegen innerhalb von 2 Wochen Widerspruch einlegen. Der Gläubiger hat dann die Möglichkeit, die Forderung vor Gericht in einem regulären Verfahren einzuklagen. Wird innerhalb der 2 Wochen kein Widerspruch gegen den Mahnbescheid eingelegt und gegen den darauffolgenden Vollstreckungsbescheid kein Einspruch erhoben, erhält der Gläubiger einen rechtskräftigen Titel gegen den Schuldner, mit Hilfe dessen er gegen den Schuldner vollstrecken kann. Auch durch das Mahnverfahren entstehen Kosten und Gebühren, die dem Schuldner auferlegt werden können.
Grundsätzlich gilt daher, auf gar keinen Fall den Kopf in den Sand zu stecken und die Mahnungen oder den Mahnbescheid zu ignorieren, sondern in jedem Fall zu reagieren, um weitere Kosten und Streit zu vermeiden.

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Autor: xpuff666 Datum: 19.05.2011, 00:09

Man muss aber ganz klar davor warnen, bei Inkassounternehmen die oft mitgeschickten Ratenzahlungen zu akzeptieren. Fast immer erkennt man damit weitere, exorbitante Forderungen an und verzichtet auf wesentliche Rechte. Und man muss aufpassen, denn mit einer Teil- oder Ratenzahlung erkennt man die ganze Forderung an, selbst ohne explizites Schuldanerkenntnis. Zumindest verwirkt man damit eine evtl. Verjährung. Und es gibt jede Menge Fälle, wo Leute jahrelang Raten an Inkassos bezahlt haben und dann nachher weitere Forderungen nachgereicht bekamen, die nur wenig unter der Ursprungsforderung oder sogar darüber lagen.

Verhandlungen mit Inkassos bringen oft nicht viel, die bestehen oft selbst dann auf Zahlung und äußern nichts anderes, wenn man ihnen detailliert die Unrechtmäßigkeit einer Forderung darstellt.

Man muss immer bedenken: Inkassobüros haben andere Interessen als seriöse Ursprungsgläubiger. Die Hauptforderung ist denen egal und kann nach ihrem Gutdünken Jahrzehnte liegen bleiben, wichtig ist ihnen, dass sie immer neue Fantasieforderungen stellen können, denn damit machen sie ihren Profit - wenn denn der Schuldner sich über den Leisten ziehen lässt.

Wer mit einem Inkassobüro zu tun hat und es wird ernst (gerichtl. Mahnverfahren), sollte nicht ohne professionelle Hilfe da rangehen.