Handelsblatt: Reeder in Not - Schiffsfonds droht Totalverlust - Anleger sollten Schiffsfonds prüfen

Fachartikel aus dem Bereich Aktien, Fonds und Anlegerschutz - 04.07.2012 - 351 mal gelesen.
Am 2.7.2012 berichtete das Handelsblatt unter der Überschrift "Reeder in Not" über den Rückzug der Commerzbank aus der Schiffsfinanzierung. Ab 2008 mußten viel Schiffsfonds saniert werden. Wegen Eigenkapitalvorschriften waren Banken weniger bereit sich zu beteiligen. Das Totalverlustrisiko steigt.
Handelsblatt: Reeder in Not - Schiffsfonds droht Totalverlust - Anleger sollten Schiffsfonds prüfen

Das Handelsblatt berichtete am 2.7.2012 über den Rückzug der Commerzbank aus der Schiffsfinanzierung. Ohne neue Milliardenkredite drohen der Branche viele Pleiten. Die Reeder haben Probleme - sie kämpfen mit Überkapazitäten. Während das Seefrachtvolumen 2012 nach Prognosen der Investmentbank JP Morgen um fünf Prozent zulegen wird, wächst die globale Frachtschiffflotte um acht bis 10 Prozent. Die Reeder führen bereits 2011 rund 5,2 Milliarden Dollar Verlust ein. Die Banken und Schiffsfonds haben diese Expansion unterstützt, obwohl keine entsprechende Nachfrage vorhanden war. Sie haben den Anlegern in Schiffsfonds geschadet. Die Commerzbank hat Schiffe im Wert von rund 20 Milliarden Euro finanziert. Sie zieht sich ganz aus dem Geschäft zurück. Der zweite große Schiffsfinanzierer, die HSH Nordbank, muss ihr Finanzierungsvolumen wegen Beihilfe-Auflagen der EU von 29 auf 15 Milliaraden Euro veringern. Diese rUmstand wird die Finanzprobleme der Reeder und der Anleger weiter verschärfen. Aber sie sind dringend auf Kredite angewiesen, weil die Erlöse aus dem Containergeschäft zuletzt nicht einmal reichten, um die Betriebskosten der Schiife zu bezahlen. Im Handelsblatt berichtet Reiner Reichel über den drohenden Totalverlust vieler Anleger. In den vergangenen zwölf Jahren haben die Anbieter von Schiffsfonds rund 25 Milliarden Euro bei Privatpersonen eingesammelt und mit zusätzlichemFremdkapital von den Banken Schiffe im Wert von etw 55 Milliarden Euro gekauft. Seit 2008 sanken die Charterraten. Viele Schiffe brachten nicht mehr genug ein, um Zins und Tilgung zu bedienen. Viele Foonds wurden zu Sanierungsfällen. Die Anleger mußten Ausschüttungen zurückzahlen. Der Schifffahrtsexperte Jürgen Dobert glaubt, dass Hunderte notleidener Schiffsfonds vor dem Aus stehen. Dabei ist die Gefahr für die Fonds unterschiedlich. Die Commerzbank-Tochter Commerzreal hat selbst 20 Schiffsfonds aufgelegt. Sie hat noch keine Auswirkungen des Rückzugs der Konzernmutter erkannt.

Der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto sieht die deutschen Reeder in einer schwierigen Phase.

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