German Pellets GmbH: Erster offizieller Insolvenzbericht des AG Schwerin

Fachartikel aus dem Bereich Aktien, Fonds und Anlegerschutz - 18.10.2016 - 558 mal gelesen, 2 mal kommentiert.
427 Mio. Euro Forderungen! – Die Insolvenzmasse beläuft sich nur auf 10 Mio. Euro
German Pellets GmbH: Erster offizieller Insolvenzbericht des AG Schwerin

Am 5. Oktober 2016 veröffentlichte das Amtsgericht Schwerin einen offiziellen Insolvenzbericht zur German Pellets GmbH. Kurz nach dem das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, zeigte die zuständige Insolvenzverwalterin Masseunzulänglichkeit an. Auch im Juli diesen Jahres erhärtete sich der Verdacht, dass die Insolvenzmasse sehr gering ausfallen könnte. Nach Angaben der Insolvenzverwaltung sollen sich die Forderungen auf rund 427 Mio. Euro belaufen; davon sind etwa 250 Mio. Euro Forderungen der Anleihegläubiger. Die Insolvenzmasse hingegen soll sich bislang lediglich auf 10 Mio. Euro belaufen. Der Betrag der Insolvenzmasse kann sich jedoch noch reduzieren, da u.a. weitere Verfahrenskosten hinzukommen könnten. Die Insolvenzquote könnte nach derzeitigem Stand bei etwa 2,3 Prozent liegen. Die betroffenen Anleger könnten somit hohe Verluste bis hin zum Totalverlust erleiden.

17.000 Anleger haben rund 250 Mio. Euro in drei Anleihen des insolventen Brennstoffherstellers investiert (WKN: A1H3J6; WKN: A1TNAP; WKN: A13R5N). Zudem gab das Unternehmen German Pellets einen Genussschein im Gesamtnennbetrag von 15 Mio. Euro  mit einem ergebnisabhängigen Zins von acht Prozent (WKN: A141BE) aus. Den Inhabern der Genussscheine könnte der Totalverlust drohen.

Die Wirtschafts Woche schreibt, dass die Insolvenzverwalterin, Frau Bettina Schmudde, der Meinung sei, die Zahlungsunfähigkeit und somit der Insolvenztatbestand habe bereits seit Mitte 2015 vorgelegen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt daher auch weiterhin gegen den Gründer und Geschäftsführer Peter Leibold wegen Insolvenzverschleppung. Denn sobald ein Unternehmen zahlungsunfähig oder überschuldet ist, muss der Insolvenzantrag binnen drei Wochen gestellt werden. Bei bewusster Unterlassung liegt ein Straftatbestand vor.

Handlungsmöglichkeiten der Anleger
Betroffene könnten hohe Verluste bis hin zum Totalverlust erleiden. Insbesondere den betroffenen Genussrechteinhabern könnte der Totalverlust drohen. Im Insolvenzverfahren werden die Genussrechteinhaber nachrangig behandelt. Anleger sollten frühzeitig reagieren und einen Anwalt hinzuziehen, um mögliche Schadensersatzansprüche prüfen zu lassen und weitere rechtliche Möglichkeiten auszuschöpfen.

Sie haben Fragen? Wir sind für Sie da.
Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben oder rechtliche Hilfe benötigen, rufen Sie uns einfach an oder nutzen Sie unseren kostenlosen Rückrufservice.

Die Anwaltskanzlei für Anlegerschutz, Bankrecht und Kapitalanlagerecht
Die IVA Rechtsanwalts AG ist eine auf den Anlegerschutz spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei, die bundesweit ausschließlich geschädigte Kapitalanleger vertritt. Aufgrund unserer konsequenten Spezialisierung auf das Kapitalanlagerecht und dadurch, dass wir ausschließlich für geschädigte Kapitalanleger tätig werden, bieten wir Anlegerschutz auf höchstem Niveau.

Für weitere Informationen oder Fragen stehen wir Ihnen auf www.anlegerschutz.ag gerne zur Verfügung.

Kommentieren Sie diesen Beitrag:

Autor: K.K. Datum: 15.11.2016, 16:17

Ich schließe mich den Worten von Herrn Schwede an. Bei mir sind es ganze 40T€ !!

Autor: Th.Schwede Datum: 29.10.2016, 16:21

Was soll es bringen die Familie Leibold zu verklagen? Ich denke nicht das eine Firmenhaftpflicht diese gigantische Summe zahlt und persönlich lässt sich Herr Leibold auch nicht haftbar machen, da er Privatinsolvenz anmelden wird, sobald es brenzelig wird. Das Geld ist für immer verbrannt. Bei mir sind es 3000€ :-(